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DOKU-SERIE »Vier fremde Männer«

Andrea Löw, 37, nach künstlicher Befruchtung im neunten Monat schwanger, wird in der ZDF-Doku-Soap »Wunschkinder« (Start: 23. November) zum Serienstar. Zwei Jahre lang hat ein Kamerateam Löw, ihren Mann Joachim und vier weitere Paare in die Kinderwunsch-Sprechstunde der Universität Heidelberg begleitet.
aus DER SPIEGEL 43/2001

SPIEGEL: Frau Löw, in Deutschland ist nach neuesten Schätzungen jedes fünfte Paar ungewollt kinderlos. Die meisten vertrauen ihre Probleme nicht einmal ihren engsten Angehörigen an. Warum lassen Sie die ganze TV-Nation an Ihrer künstlichen Befruchtung teilhaben?

Löw: Wir wollten anderen Paaren Mut machen und Wege zum Wunschkind zeigen, zum Beispiel durch künstliche Befruchtung. Aber wir hätten uns auch nicht von einem Privatsender filmen lassen.

SPIEGEL: Hat das ZDF Ihr Vertrauen verdient?

Löw: Auf jeden Fall. Ich hatte Tränen in den Augen, als wir kürzlich die fertige Serie angeschaut haben. Mir gefallen die Filme wirklich sehr gut. Und es ist an keiner Stelle irgendetwas Anstößiges zu sehen.

SPIEGEL: Wie kamen Sie mit der Anwesenheit des Kamerateams zurecht?

Löw: Am Anfang war es seltsam. Plötzlich saßen vier fremde Männer bei uns im Wohnzimmer und haben sehr private Fragen gestellt. Aber die waren so locker, dass sie uns alle Scheu genommen haben. Mittlerweile sind wir sehr freundschaftlich verbunden.

SPIEGEL: Gab es auch Situationen, in denen Sie die Kamera nicht dabeihaben wollten?

Löw: Bisher nicht. Aber bei der Geburt möchte ich nicht gefilmt werden. Ich denke, das ist zu schmerzhaft und zu persönlich, als dass ich dieses Erlebnis mit jemand anderem als meinem Mann teilen wollte.

SPIEGEL: Werden Sie Ihrem Kind die Filme eines Tages zeigen?

Löw: Erst mal müssen wir dem Kind sicher erklären, woher es kommt. Aber vielleicht hilft die Serie dabei, ihm klar zu machen, dass es trotzdem das Kind von uns beiden ist. Nur dass es nicht in meinem Bauch, sondern in einem Reagenzglas gezeugt wurde.

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