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Vilimius Malinauskas,

aus DER SPIEGEL 52/1999

67, millionenschwerer Geschäftsmann aus Litauen, will seinem Heimatland eine Geschichtslektion verpassen. Malinauskas, der sein Vermögen mit dem Export von Champignons gemacht hat, sammelt in seinem 30 Hektar großen Park die bislang auf Litauens Hinterhöfen abgestellten Statuen aus der Sowjet-Ära. Die in Stein und Bronze gefassten »Helden«, die Stalins, Lenins, Marx und Engels, sind in seinem Disney-artigen »Leninland« gegen Eintrittsgeld zu besichtigen. Der Champignon-Experte hofft damit, seinen Landsleuten bei »der Vergangenheitsbewältigung« zu helfen. »Hundert Millionen Menschen starben auf Grund der Ideen von Marx«, sagt Malinauskas, der seinen Vater und andere Familienmitglieder in Sibirien verlor, wohin fast 350 000 Litauer von den Sowjets deportiert worden waren. »Wenn das Volk nicht an die grausamen Zeiten erinnert wird«, begründet Malinauskas sein Projekt, »dann neigt es zum Vergessen, und in 20 oder 30 Jahren haben wir wieder neue Figuren, die uns in der alten Weise manipulieren.«

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