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Virgilio Röschlein

aus DER SPIEGEL 22/1984

Virgilio Röschlein, 55, SPD-Bürgermeister von Zirndorf, läßt keine Asylbewerber mehr in die beiden öffentlichen Bäder der nordbayrischen Kleinstadt. Der sozialdemokratische Politiker begründet das Verbot mit dem »Schutz der deutschen Kinder«. Ein Arzt habe ihm berichtet, daß 60 Prozent der 400 Insassen des Zirndorfer Asylantenlagers »Parasitenbefall, Ruhr und Geschlechtskrankheiten« hätten. Zudem sei ihm von der Lagerleitung mitgeteilt worden, daß Ausländer, die mit einem Lagerausweis die Zirndorfer Zwangsunterkunft tagsüber verlassen dürfen, nicht mit Sicherheit frei von ansteckenden Krankheiten seien. Röschlein glaubt, daß das Badeverbot den meisten Asylbewerbern gleichgültig ist: »Die wissen doch fast alle nicht, was eine Dusche ist.«

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