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Volle Lager mit Atom-Schrott

aus DER SPIEGEL 42/1992

Washingtons wichtigster Werkstatt für die Endmontage von Atombomben geht der Lagerraum aus. In der gigantischen, aus 323 Einzelgebäuden bestehenden Pantex-Fabrik bei Amarillo (US-Staat Texas) waren jahrzehntelang die meisten der nahezu 70 000 Nuklearsprengsätze zusammengebaut worden, die von der westlichen Supermacht seit Kriegsende gefertigt wurden. Seit Sommer 1990 werden in der Drei-Milliarden-Dollar-Anlage Massenvernichtungswaffen nur noch zerlegt. Die Abrüstungsvereinbarungen der vergangenen Jahre erfordern jetzt eine Verschrottungsrate von 2000 Waffen pro Jahr. Schon bald könnte die Lagerkapazität der 18 Bunker erschöpft sein, in denen je 240 »pits«, hochgiftige Plutonium-Bälle aus zerlegten Wasserstoffbomben, Platz haben. Der jetzt bekanntgewordene Plan des Energieministeriums, entgegen bislang gültigen Sicherheitsbestimmungen die Lagerdichte auf 400 pits zu erhöhen, stieß bei Experten und in der texanischen Bevölkerung auf heftige Kritik.

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