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Briefe

Vorkämpfer Goethe
aus DER SPIEGEL 41/1950

Vorkämpfer Goethe

In Ihrer Nummer 30 brachten Sie einen Artikel über Freiherrn Wolf Götz von Berlichingen in Jagsthausen und die von ihm aufgezogenen und prachtvoll durchgeführten Festspiele. Herr v. Berlichingen ist mein Nachbar.

Die Idee, die Götz-Festspiele an dem Ort aufzuführen, an dem der Götz vor 400 Jahren gelebt hat, ist ausgezeichnet. Wenn dazu noch der Götz von einem Schauspieler wie Schomberg dargestellt wird, den man ruhig neben George, den Heidelberger Götz-Darsteller, stellen kann, ist das Spiel an dem historischen Ort ein hoher Genuß. Es wird keineswegs von Herrn v. Berlichingen eine Ahnenverherrlichung getrieben, sondern es wurde das gespielt, was Herr v. Goethe geschrieben hat. Nichts anderes. Wenn heutzutage der Gutsbesitzer gezwungen ist zu versuchen, auch neben der Landwirtschaft noch Geld zu verdienen, so liegt das in den Zeitverhältnissen begründet, und jeder packt da an, wo er eine Möglichkeit sieht. Und einen so wunderbaren Vorkämpfer wie Herrn v. Goethe hat nicht jeder.

Zum Schluß das Wichtigste. Das Jagsttal wurdo vor einiger Zeit zum Notstandsgebiet erklärt, und es wurden von seiten der Behörden viele Anstrengungen gemacht, um diesen Zustand zu ändern. Dadurch, daß Herr v. Berlichingen mit vielen Mühen, Opfern und einem großen Aufwand an Nervenkraft diese große Sache in Szene gesetzt hat, kam im vergangenen Sommer viel Geld in dieses Notstandsgebiet.

Friedrichshof/Heilbronn

HANS VIKTOR v. DALLWITZ

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