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aus DER SPIEGEL 12/2001

Der Schwächste fliegt!

Montag, 15.00 Uhr, RTL

Einer ist schon geflogen: Hans Meiser, Gründervater des nachmittäglichen Talk-Schwachsinns, hat seine Bemühungen um die deutsche Gesprächskultur ("Platz da, ihr Kriecher! Die Straße gehört mir!") mittlerweile eingestellt. Auf Meisers altem Sendeplatz versucht sich jetzt Sonja Zietlow an einer Synthese aus Charles Darwin und Günther Jauch: Sie moderiert eine Quiz-Show. Vorschlag für die erste Fragerunde: Wer war eigentlich Hans Meiser?

S.O.S. Barracuda - Der Mädchenjäger

Dienstag, 20.15 Uhr, RTL

Die zweite Jahreshälfte 1999 war für Nadja Abd El Farrag »sehr anstrengend«. Mit Dauerfreund Dieter Bohlen wieder glücklich vereint, versuchte sie sich an der Moderation des Erotikmagazins »Peep!«, erfüllte Werbeverträge und jettete zwischendurch nach Mallorca zu den Dreharbeiten von neuen Folgen der RTL-Filmreihe »S.O.S. Barracuda« (Regie: Holger Barthel, Michel Bielawa), in der sie die Polizistin Eva Stein darstellen darf. Viel Text musste Farrag, 36, zum Glück nicht auswendig lernen - die gelernte Apothekenhelferin kommt in diesem Krimi tatsächlich nicht über die Funktion hinaus, für die sie offensichtlich engagiert wurde: die des quotenfördernden (Ex-)Promis. Einzig im hautengen Neopren-Anzug macht Naddel eine gute Figur, ansonsten aber steife Miene zum Spiel ihrer Polizisten-Kollegen Jan Fehrmann (Nick Wilder), Marc Hinrichs (Oliver Bootz) und Tina Schönborn (Sandra Keller). Deren flotter Dienstkahn, die »Barracuda«, wurde gerade von Travemünde nach Mallorca verlegt, wo die Crew einen Mädchenhändler jagt. Farrag pariert brav Anweisungen à la »Du wartest im Auto« und brilliert mit Sätzen wie »Bring mir ein Wasser mit«, wobei sie angestrengt in die mallorquinische Sonne blickt. Doch selbst bei RTL ist inzwischen offenbar die Schmerzgrenze erreicht: Die nächsten Folgen von »S.O.S. Barracuda« plant man ohne Frau Farrag.

Der Fluch des Öls

Dienstag, 21.00 Uhr, ZDF

Politische Reisereportagen aus der unruhigen Region zwischen Israel und dem Persischen Golf: ZDF-Reporter und -Korrespondenten untersuchen an zwei Abenden (2. Teil: 27. März, 21.00 Uhr) unter anderem den »Langen Schatten von Saddam Hussein«.

Tiere vor der Kamera

Donnerstag, 20.15 Uhr, ARD

Ernst Arendt und Hans Schweiger, die Feuilletonisten unter den Tierfilmern, haben diesmal im US-Bundesstaat Minnesota und in Kanada Eistaucher beobachtet bei ihrem ständigen Kampf mit der eigenen Anatomie: Die Vögel, im Vergleich zum Körpergewicht mit relativ kurzen Flügeln ausgerüstet, kommen nur mit Mühe aus dem Wasser, und auch an Land gebricht es ihnen an Eleganz. Dafür jagen sie unter Wasser umso erfolgreicher.

Fußball: Deutschland - Albanien

Samstag, 19.25 Uhr, ZDF

Beim WM-Qualifikationsspiel, live aus Leverkusen, kann eigentlich nur einer entspannt zusehen: Leo Kirch. Denn egal, ob die deutsche Mannschaft in Japan und Südkorea mitkicken darf: Teuer wird der Spaß nur für Kirchs Geschäftspartner, die Intendanten von ARD und ZDF - und für die Gebührenzahler.

Tatort: Berliner Bärchen

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Spitzenverdiener gibt es kaum im Staatsdienst, und deshalb, so die Legende im neuen Berliner »Tatort«, sei Kommissar Hellmann »in die Privatwirtschaft gewechselt« - tatsächlich musste sein Darsteller Stefan Jürgens die Dienstmarke wegen zu hoher Gagenforderungen abgeben. Jürgens' Nachfolger beim SFB-»Tatort« ist Boris Aljinovic, 33, der von nun an als Kommissar Felix Stark den Leisetreter an der Seite des cholerischen Kollegen Ritter (Dominic Raacke) geben darf. Stark und Ritter können sich nicht leiden; das ändert sich erst, als ein gemeinsamer Sechser im Lotto die beiden zu Millionären macht. Leider ist der Lottoschein verschwunden; seine Spur führt die beiden Ermittler zufällig in das gleiche Milieu, in dem sie auch den Mörder eines Rechtsanwalts vermuten: ins Umfeld der polnischen Kirchengemeinde zu Berlin. Zwischen Priestern, illegalen Schwarzarbeitern, zwielichtigen Kunsthändlern und einer schmucken Kioskbetreiberin (Dana Vávrová) verlieren die beiden Kommissare - und der Zuschauer - zwar schnell den Überblick (Regie: Detlef Rönfeldt). Doch Aljinovic und Raacke überspielen die Zumutungen des Drehbuchs (von Andreas Pflüger und Pim Richter) mit beeindruckender Präsenz - ein gelungenes Debüt.

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