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AFFÄREN »Vorwärts«-Verteidigung

aus DER SPIEGEL 12/2001

Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) lässt Anzeigen im SPD-Parteiblatt »Vorwärts« schalten und verstößt damit gegen Richtlinien seines Hauses - möglicherweise auch gegen das Parteiengesetz. Das Ministerium hatte im »Vorwärts« die Reklameseite »Verstärkung gesucht! Frauen in die Bundeswehr« geschaltet, Kosten: 29 500 Mark. Doch das SPD-Blatt erreicht der »Allensbacher Werbeträger Analyse« zufolge zu 63 Prozent Männer; außerdem sind 58 Prozent der Leserschaft zwischen 30 und 59 Jahre alt - die Vorschriften des Ministeriums hingegen definieren als Zielgruppe der Werbung »Jugendliche ab 14 Jahren«. Neben dem »Vorwärts« schaltete das Ministerium die Anzeigen (Budget: 600 000 Mark) vor allem in Frauen-Zeitschriften wie »Maxi«, »Allegra«, »Amica«, »Brigitte Young Miss« und »Freundin«. Die CDU prüft jetzt, ob eine unerlaubte Parteienfinanzierung vorliegt. Das Ministerium sagte dem SPIEGEL, es handle sich um eine »einmalige Aktion«.

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