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Wagen und Werk

aus DER SPIEGEL 42/1972

Die VW-Tochterfirma Audi NSU Neckarsulm, einst von Daimler-Benz übernommen, später mit NSU verschmolzen, erzielte mit dem Audi 100 ihren ersten großen Verkaufserfolg. Seit Produktionsbeginn im Januar 1969 rollten rund 400000 Audi 100 (Grundmodell, CL, LS und Coupé S) von den Fließbändern. Das eher treudeutsch als brillant anmutende Schlager-Auto, vom Werk als »Sport-Komfortklasse« angepriesen, wurde zugleich ein persönlicher Erfolg des Audi-Chefkonstrukteurs Ludwig Kraus, der früher bei Mercedes-Benz konstruiert hatte. Viele Audi-Anhänger meinen denn auch, an dem voluminösen Ingolstädter Mittelklasse-Auto, besonders an seiner Heckpartie, typische Mercedes-Karosserielinien zu erkennen. 28 000 Audi-Werker, davon 12 000 in Neckarsulm bauen pro Tag 1250 Autos, darunter 770 vom Typ Audi 100.

Technische Daten des Audi 100 LS: wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor; Hubraum: 1760 Kubikzentimeter; Leistung: 100 PS bei 5500 Umdrehungen pro Minute; Frontantrieb; vollsynchronisiertes Vierganggetriebe mit Lenkradschaltung (Knüppelschaltung oder Getriebeautomatik gegen Aufpreis); Länge: 4,62 Meter; Breite: 1,73 Meter; Höhe: 1,42 Meter; Leergewicht: 1090 Kilogramm; Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h; Beschleunigung von null auf 100 km/h: 11,9 Sekunden; durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch: 10,86 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer.

Preis: Limousine, zweitürig: 11 200 Mark; viertürig: 11 550 Mark; Aufpreis für Getriebeautomatik: 1200 Mark; Stahl-Kurbeldach: 470 Mark; Schlechtwetter-Ausrüstung (zwei Halogen-Nebelscheinwerfer, Nebelschlußleuchte, heizbare Heckscheibe, Intervallschalter für Scheibenwischer): 340 Mark; zwei Halogen-Doppelscheinwerfer anstelle Normal-Ausführung: 260 Mark.

Kraftfahrzeugsteuer: 266,80 Mark, Kraftfahrzeugversicherung nach höchstem Großstadttarif: 950 Mark pro Jahr.

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