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Wahl mit Wirtin

aus DER SPIEGEL 42/1972

Marburgs CDU mobilisierte Haus- und Wohnungsbesitzer gegen unerwünschte Wähler. In einem Aufruf in der Lokalpresse ermahnte der christdemokratische Landtagsabgeordnete Friedrich Bohl die Vermieter in der Universitätsstadt, studentischen Untermietern nur »nach sehr vorsichtiger Erwägung« ihren Zweitwohnsitz als »Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen« zu bescheinigen. Grund: »Einigen tausend Studenten«. die »entscheidend von kommunalpolitischen Problemen mitbetroffen sind« (so AStA-Chef Dietz von Meyerinck), wäre durch solche Vermieter-Nachweise die Teilnahme an der Kommunalwahl in Marburg am 22. Oktober eröffnet worden. Bohl, der von der Wahlberechtigungskampagne des AStA eine »Förderung linker Kandidaten befürchtet« hatte, rühmt sich nunmehr seines »Erfolgs": Dank seiner »Wahlbehinderung« (Meyerinck) begehrten nur 400 Kommilitonen Aufnahme ins Marburger Wählerverzeichnis.

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