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»Wahlschlacht« als Wahlhilfe

aus DER SPIEGEL 24/1976

»Der bessere Taktiker gewinnt die Schlacht«, verspricht ein neues Erwachsenen-Spiel, das »die Wirklichkeit im Wahlkampf« zu einer Art Polit-Monopoly reglementiert. Doch in Wahrheit gewinnt hier immer nur die CDU/CSU: Ihre Politiker-Köpfe (etwa: »finanzpolitisches Genie aus Bayern«, »der schwarze Riese") strahlen Zuversicht aus, die der Koalition ("hat Spion in Vorzimmer«, »fühlt sich vom Pferd getreten") Grämlichkeit -- und immer beschert das Bild der grinsenden CDU/CSU dem Spieler mehr Punkte. Bei den Aktionskarten wird"s dann Ereignis: Der »Gegen-Kandidat« verliert Punkte oder gar ein Bundesland, »weil er nicht erkennt, daß ein Unternehmen nur dann ausbauen und neue Arbeitsplätze schaffen kann, wenn es zuvor Gewinn gemacht hat« oder »weil er für die Mitbestimmung unqualifizierter Leute ist«. Die Erklärung gibt das Kleingedruckte: »Die Wahl-Schlacht« (Schmidt Spiel + Freizeit; etwa 24 Mark) entstand in Zusammenarbeit mit einer »Schutzgemeinschaft soziale Marktwirtschaft«.

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