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WALTER KRUPINSKI

aus DER SPIEGEL 37/1966

WALTER KRUPINSKI

kennt die Starfighternöte der Bundeswehr wie kaum einer seiner Generals-Kameraden. Der heute 45jährige Brigadegeneral flog das stummelflügelige, doppelschallschnelle Flugzeug als einer der ersten deutschen Piloten schon im Dezember 1957. Damals war er Mitglied eines Erprobungsteams, das prüfen sollte, welcher Flugzeugtyp von drei zur Wahl stehenden für die wiedererstandene Luftwaffe am besten geeignet sei. Krupinski stimmte - wie auch die übrigen Piloten - für den Starfighter. Der gebürtige Ostpreuße, der seine Fliegerlaufbahn am Tag, da der Zweite Weltkrieg ausbrach, als Fahnenjunker auf der Kriegsschule Gatow begonnen hatte, führte sechs Jahre lang das Jagdbomber-Geschwader 33 in Büchel, eines der ersten der mit Starfighter ausgerüsteten Geschwader der Bundeswehr. Mit seiner Versetzung in das Bundesverteidigungsministerium am 1. Januar 1963 avancierte er zum Chef der gesamten mit Starfightern gerüsteten Jagdbomberflotte (offizieller Titel »Referent Luftangriffsverbände").

Auch in dieser Zeit verging freilich kaum eine Woche, in der sich der untersetzte Fliegergeneral nicht mindestens einmal hinter den Steuerknüppel eines Starfighters zwängte. Krupinski, der im Zweiten Weltkrieg »viermal am Fallschirm gehangen hat, fünfmal verwundet wurde und 197 Gegner abschoß«. (Auszeichnungen: Ritterkreuz mit Eichenlaub und Goldenes Verwundetenabzeichen) und im März 1945 noch den ersten Düsenjäger der Welt, die Messerschmitt 262 ("Sturmvogel") flog, absolvierte seinen vorerst letzten F-104-Flug am vorletzten Montag bei seinem alten Geschwader in Büchel. Am Dienstag darauf flog er nach Fort Bliss, Texas, und übernahm sein neues Kommando, das ihm freilich auch weiterhin zu engem Kontakt mit dem Starfighter Gelegenheit gibt. Krupinski ist seit vorletzter Woche Kommandeur des deutschen Luftwaffenausbildungskommandos USA. Unter seiner Regie werden in Arizona und Texas künftig die jungen Starfighter-Piloten der Bundeswehr ausgebildet.

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