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Freizeit Warum ist kein Ende in Sicht, Herr Proffen?

aus DER SPIEGEL 13/2020
Foto: ALFRED PASIEKA/ Science Photo Library

Bilian Proffen, 62, Raumausstatter in Nörten-Hardenberg, ist Vorsitzender der "Freunde der Zahl Pi - Deutschland e. V.".

SPIEGEL: Der diesjährige Internationale Pi-Tag, der am 14. März stattfinden sollte, ist Corona zum Opfer gefallen, oder?

Proffen: Keineswegs! Wir trafen uns am 3/14, das ist die amerikanische Schreibweise dieses Datums, um 15 Uhr zum "π-Day" in Weißenseifen.

SPIEGEL: Datum und Uhrzeit bilden die Zahl aller Zahlen ab?

Proffen: 3,14159265358...

SPIEGEL: Danke.

Proffen: Ich komme leider nur bis zur 124. Stelle. Aber es gibt unsere Pibel, in der eine Million Ziffern abgedruckt sind.

SPIEGEL: Sie kennen die Brüder Chudnovsky, die in einem New Yorker Apartment einen Supercomputer installierten, um Pi als eine Landschaft zu interpretieren?

Proffen: Ja, wir machen hier in Nörten-Hardenberg etwas ganz Ähnliches. Es gibt die farblich codierte Zahl Pi als Kunst im Raum auf der Fassade unseres Hallenbades.

SPIEGEL: In der Öffentlichkeit wird derzeit eher wenig über das Verhältnis von Kreisumfang zu Durchmesser gesprochen.

DER SPIEGEL 13/2020
Foto: cgs

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Proffen: Leider. Das gemeinsame Lesen einer Seite der Pibel hat einen durchaus meditativen und therapeutischen Effekt, gerade im Freundeskreis.

SPIEGEL: Aber ...

Proffen: Das ist doch das Wunderbare, Schöne an der Zahl: Es beginnt etwas Geheimnisvolles, und kein Ende ist abzusehen.

SPIEGEL: Das kommt einem gerade durchaus vertraut vor.

Proffen: Sehen Sie. Diese Zahl ist allgegenwärtig. Auch und gerade in der Kunst, ich erinnere an Picasso. An Shakespeare, "To pi, or not to ..."

SPIEGEL: Nochmals unendlichen Dank.

Proffen: Pitte sehr.

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