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Was hat die Truppe davon?

aus DER SPIEGEL 31/1994

Volker Rühe, 51, Verteidigungsminister mit eher mittelmäßigem Image, bemüht sich, mit einem Buch sein Ansehen zu verbessern. Als Höhepunkt eines Besuches in Berlin, der offiziell dem Bundeswehrkrankenhaus in der Hauptstadt gegolten hatte, durfte eine ausgewählte Schar Journalisten in den Diensträumen des Ministers die Vorstellung des Porträtbuches »Volker Rühe« (Edition Q) miterleben. Das Werk präsentiert, neben knappen Texten des konservativen Schreibers Karl Hugo Pruys und einigen Reden Rühes (für den laut Klappentext »dokumentarischen Wert des Buches") vor allem 104 Rühe-Porträts der Bonner Fotografin Laurence Chaperon. Versehen mit kurzen Bildunterschriften, meistens Kommentare von Rühe, zeigen die Fotos auf etwa 100 Seiten den Minister auf verschiedenen Etappen seiner Laufbahn: Vom Rühe-Flug nach Somalia (siehe Foto), auf dem ihn die Sorge plagte: »Haben wir die Fahrzeuge eigentlich schon bezahlt oder nicht?« bis zur Inspektion der Truppe zu Hause ("Junge, was hast du bloß mit dem Panzer gemacht?") läßt der Jubelbildband fast nichts aus. Auch persönliches Engagement des Ministers wird offenbart: Zu einem Porträtfoto Rühes stellt er sich selbst die Frage: »Also, schlecht sehe ich nicht aus . . . Aber wie stelle ich es nur an, damit auch die Bundeswehr davon ihren Nutzen hat?«

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