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EUROPA Was wußte Cresson?

aus DER SPIEGEL 9/1999

Die schwer angeschlagene EU-Bildungskommissarin Edith Cresson gerät wegen der Unregelmäßigkeiten in ihrem Bereich immer mehr in die Enge. Bei der Betrugsaffäre um Leonardo - einem milliardenschweren Bildungsprogramm unter Cressons Verantwortung - haben die Betrugsbekämpfer der EU jetzt vier Fälle der belgischen Justiz zu weiteren Ermittlungen übergeben. Es geht dabei um mutmaßliche Unterschlagung und angeblichen schweren Abrechnungsbetrug der Firma Agenor zu Lasten der EU. Die Firma war seit 1995 mit der Abwicklung des Leonardo-Programmes beauftragt. Kommissarin Cresson hatte in den vergangenen Wochen mehrfach beteuert, es gebe damit keine Probleme. Das Betrugsdossier der kommissionseigenen Hauspolizei Uclaf habe sie nie gesehen. Der Uclaf-Direktor gibt dagegen an, der Kabinettschef Cressons sei bereits am 26. Januar in allen Details darüber unterrichtet worden, auch über die Weiterleitung an die Justizbehörden. Die Kabinettschefs gelten als die engsten Vertrauten der Kommissare und geben wichtige Informationen in der Regel sogleich an ihre Vorgesetzten weiter.

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