Wegen Omikron-Variante Corona-Expertenrat empfiehlt rasche Kontaktbeschränkungen

Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante zeigt sich der Corona-Expertenrat der Bundesregierung alarmiert: Schon in den kommenden Tagen seien Kontaktbeschränkungen nötig. Wie diese aussehen sollen, sagt das Gremium nicht.
Virologe Christian Drosten, Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung

Virologe Christian Drosten, Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung

Foto: Michael Kappeler / dpa

Wegen der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus empfiehlt der Corona-Expertenrat der Bundesregierung die rasche Einführung von Kontaktbeschränkungen. Aus dem zu erwartenden Szenario »ergibt sich Handlungsbedarf bereits für die kommenden Tage«, hieß es in einem am Sonntag veröffentlichten Beschluss des Gremiums .

Der Expertenrat betonte, wirksame bundesweit abgestimmte Gegenmaßnahmen zur Kontrolle des Infektionsgeschehens müssten vorbereitet werden. Zu Art und Umfang der notwendigen Kontaktbeschränkungen machte das 19-köpfige Expertengremium in seinem einstimmig gefassten Beschluss keine Angaben.

»Neue Dimension« im Pandemiegeschehen

Zur Begründung für seine Empfehlung verwies der Rat auf die als besonders infektiös geltende Omikron-Virusvariante, die eine »neue Dimension« in das Pandemiegeschehen bringe: »Die in Deutschland angenommene Verdopplungszeit der Omikron-Inzidenz liegt aktuell im Bereich von etwa zwei bis vier Tagen.«

Omikron zeichne sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes aus. Die Variante infiziere in kürzester Zeit deutlich mehr Menschen und beziehe auch Genesene und Geimpfte stärker in das Infektionsgeschehen ein: »Dies kann zu einer explosionsartigen Verbreitung führen.«

Aufgrund des gleichzeitigen, extremen Patientenaufkommens sei eine erhebliche Überlastung der Krankenhäuser zu erwarten – »selbst für den wenig wahrscheinlichen Fall einer deutlich abgeschwächten Krankheitsschwere im Vergleich zur Delta-Variante«. Sogar wenn sich alle Krankenhäuser ausschließlich auf die Versorgung von Notfällen und dringlichen Eingriffen konzentrieren würden, »wird eine qualitativ angemessene Versorgung aller Erkrankten nicht mehr möglich sein«, warnten die Experten.

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Dem Corona-Expertenrat zur Beratung der Bundesregierung gehören etwa der Virologe Christian Drosten, die Virologin Melanie Brinkmann und die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, an – sowie unter anderen Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, sowie Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

sol/dpa/AFP