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Briefe

Weisbeckers Waffe, Impressum
aus DER SPIEGEL 17/1977

Weisbeckers Waffe, Impressum

(Nr. 14/1977, Kasten zum SPIEGEL-Titel: Nach den Abhörfällen um den Atomwissenschaftler Traube und in Stammheim wurden weitere Lauschangriffe bekannt. So hatten Beamte des Bundeskriminalamtes 1972 in Augsburg Gespräche in einer konspirativen Wohnung der Baader-Meinhof-Gruppe belauscht. Als kurz darauf Thomas Weisbecker und Carmen RoH das Haus verließen, wurde der bewaffnete Weisbecker bei der Festnahme erschossen)

Thomas Weisbecker hat sich nicht gegen eine Festnahme mit der Waffe zur Wehr gesetzt. Thomas Weisbecker wurde von speziell ausgebildeten Scharfschützen aus maximal zwei bis drei Meter Entfernung durch einen Herzschuß getötet. Auf seine Anfrage zu seiner Information wurde dem damals amtierenden Bundespräsidenten Dr. Gustav Heinemann mitgeteilt, daß man nachher in den Kleidern des am Boden liegenden Toten eine Waffe. gefunden habe. Von einer gezogenen Waffe war dabei keine Rede. Die Umstände der Erschießung von Thomas Weisbecker sind nie gerichtlich geklärt worden. Die Namen der beiden ausgebildeten Beamten sind bis heute geheimgehalten worden. Die Widersprüche der verschiedenen Angaben verschiedener Instanzen zu verschiedenen Zeiten und die Widersprüche bei den polizeilichen Ermittlungen waren kein Anlaß zu einer gerichtlichen Untersuchung. Alle Anträge auf ein Klage- beziehungsweise Klageerzwingungsverfahren wurden von allen Instanzen abgelehnt.

Kiel (Schlesw.-Hlolst.)

DR. ROTRAUD WEISBECKER-RÖTTGER

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