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»Weiter Weg nach unten«

RTL-Chef Gerhard Zeiler, 47, über den Fernsehmarkt 2003 in Zeiten der Werbekrise
aus DER SPIEGEL 2/2003

SPIEGEL: Dramatische Werbeeinbrüche machten 2002 zu einem desaströsen Jahr für die deutsche Fernsehwirtschaft. Die Aussichten für 2003 sind wenig verheißungsvoll. Wo kann künftig noch am Programm gespart werden, ohne dass die Zuschauer davonlaufen?

Zeiler: Wir sind bereits 2002 heftig auf die Kostenbremse gestiegen, weil das Jahr noch schlechter war als erwartet. Allerdings haben wir Einschnitte in der Hauptsendezeit vermieden, und das wird auch so bleiben.

SPIEGEL: Kein Licht am Horizont?

Zeiler: Das vierte Quartal war überraschenderweise nicht so schlimm wie befürchtet. Wir können das erste Quartal jedoch noch nicht genau einschätzen.

SPIEGEL: Ihr Planungshorizont ist so eng?

Zeiler: Ja. Mit Sicherheit wird es die Planungssicherheit der vorigen Jahre nicht mehr geben, als Werbekunden Sendungen sogar ein ganzes Jahr im Voraus buchten. Wir müssen flexibler sein.

SPIEGEL: Wie lassen sich da noch Programmhöhepunkte setzen?

Zeiler: Das haben wir im letzten Jahr doch gezeigt. 2003 wird eine neue Stunde für Sitcoms eingebaut, so dass wir insgesamt zwölf Sitcoms im Programm haben werden. Mit »Wilde Engel« und »Die Sitte« bringen wir zwei neue Stundenserien. Und samstagabends setzen wir weiter auf Show: erst mit »Deutschland sucht den Superstar« und anschließend mit der »70er Show«.

SPIEGEL: Bleibt noch das Sportprogramm. Die Formel 1 wird bei zuletzt sinkenden Quoten teurer für RTL.

Zeiler: Wir hatten 2002 auch nach der frühen Entscheidung über neun Millionen Zuschauer im Schnitt. Ich bin sehr optimistisch, dass wir den neuen Vertrag für die Zeit ab 2004 bald unter Dach und Fach haben. Wir werden weiter Skispringen zeigen, auch wenn die Traumquoten des Vorjahrs schwer zu erreichen sind. Die Fußball-Champions-League haben wir noch bis Mitte des Jahres. Dann warten wir, bis die Preise auf ein vernünftiges Niveau gefallen sind. Und das ist ein weiter Weg nach unten.

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