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Wendiger Gscheidle

aus DER SPIEGEL 52/1977

Wegen des Straßenlärms will Verkehrsminister Kurt Gscheidle keinen Krach mit dem Kanzler riskieren. Rechtzeitig vor der Kabinettssitzung an diesem Mittwoch hat der Schwabe seine Bedenken gegen den Entwurf einer Verordnung zur Bekämpfung des Straßenlärms zurückgezogen. Obwohl sich Gscheidle mehrfach und öffentlich für besseren Lärmschutz, notfalls sogar auf Kosten des Straßenbaus, eingesetzt hat, will er jetzt einer von Helmut Schmidt und Finanzminister Hans Apel vorgeschlagenen Regelung zustimmen. Danach müssen Bund, Länder oder Gemeinden in Wohngebieten erst dann für Schallschutz sorgen, wenn der Verkehrslärm am Tage 65 Dezibel und in der Nacht 55 Dezibel übersteigt. Der Geräuschpegel liegt damit mehr als doppelt so hoch, wie ihn Umweitschützer für erträglich halten.

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