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Wendy Beckett,

aus DER SPIEGEL 21/1996

66, Nonne der Karmeliterinnen und populärste Kunstkritikerin Großbritanniens, äußerte sich ungnädig über das gefeierte Enfant terrible der britischen Kunstszene, Damien Hirst, 30: Die von Hirst in kritischer Absicht in mit Formaldehyd gefüllten Vitrinen ausgestellten Schafe, Haie und Rinderhälften lohnten einen zweiten Blick nicht. In ihrer neuen zehnteiligen BBC-Serie über große Künstler taucht Hirst, der vergangenes Jahr den angesehenen Turner-Preis gewann, überhaupt nicht auf. Die Arbeiten seien »wirklich jämmerlich«, urteilte die fromme Frau. Hirst hat dieser Tage in New York eine Ausstellung. Eine seiner Tierskulpturen, bestehend aus zwei in je sechs Scheiben geschnittenen Rindern, konserviert in zwölf formaldehydgefüllten Behältern, soll 300 000 Dollar kosten. Beinahe wäre die Ausstellung geplatzt. Die US-Zollbehörden wollten das Hirst-Werk (Titel: »Some Comfort Gained from the Acceptance of Inherent Lives in Everything") nicht ins Land lassen: Es gelte das weltweite EU-Exportverbot für britisches Rindfleisch.

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