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Medien Weniger Kontrolle

aus DER SPIEGEL 6/1996

Die Fernsehgiganten gewinnen neue Medienmacht. Nach dem künftigen Rundfunkstaatsvertrag, der am Donnerstag von den Ministerpräsidenten der Länder verabredet werden soll, dürfen Unternehmer einen Fernsehsender zu 100 Prozent besitzen - bislang waren nur Minderheitsbeteiligungen erlaubt.

Zudem gelten neue Kriterien für die Medienkonzentration: So schreiten die Aufsichtsbehörden demnächst erst ein, wenn ein einzelner Unternehmer mit all seinen TV-Beteiligungen insgesamt 30 Prozent der Zuschauer erreicht. Von diesem Marktanteil sind selbst Medien-Mogule wie die Kirch-Gruppe (Sat 1) oder Bertelsmann (RTL) noch weit entfernt, zumal sie bislang an maximal drei TV-Sendern beteiligt sein durften. Nun können sie sich weiter ausdehnen. Bei der neuen 30-Prozent-Regel werden allerdings auch verwandtschaftliche Bande zwischen formell unabhängigen Unternehmern berücksichtigt: Vater Leo Kirch und Sohn Thomas (Pro Sieben) werden nachweisen müssen, daß sie keinerlei Geschäftsbeziehung miteinander haben. Sonst gelten sie als unerlaubte Einheit.

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