Zur Ausgabe
Artikel 100 / 110
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Briefe

Weniger Zeit für Blödsinn
aus DER SPIEGEL 18/2004

Weniger Zeit für Blödsinn

Nr. 16/2004, Union: SPIEGEL-Gespräch mit Fraktionsvize Friedrich Merz über den Streit der Schwesterparteien, seine Rezepte für Reformen und den Aufschwung Ost

Alle Reformen gingen über die Jahrhunderte mit großen Opfern und einem immensen Blutzoll einher. Die Maxime »Leben und leben lassen« verkümmerte immer mehr. Die neue Maxime, das einzige Kriterium für die Beurteilung von allem und jedem sind Euro und Cent. Das erschwert alle Reformversuche, zumal wir keine Vision haben. Nur so lässt sich der Reform-Hickhack der Parteien erklären. Das Interview mit dem Herrn Merz passt meines Erachtens leider genau in den (Un-)Geist unserer Zeit.

MANNHEIM G. KELCH

Wer wie Friedrich Merz solche grotesken Forderungen aus dem Horrorkatalog der Arbeitgeber nach Einführung einer 42-Stunden-Woche zur Gesundung der Wirtschaft vorschlägt, sollte dafür mit einer deutlichen Reduzierung der eigenen Arbeitszeit bestraft werden (bei entsprechender Lohnkürzung, versteht sich). Dann wäre weniger Zeit vorhanden, sich einen solchen Blödsinn auszudenken.

ST. LEON-ROT (BAD.-WÜRTT.) UWE WESCH

Gebetsmühlenhaft wiederholt Friedrich Merz bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass eine, wenn nicht sogar die Lösung der wirtschaftlichen Probleme in Deutschland darin bestehen würde, die Arbeitszeit auf 42 Wochenstunden zu erhöhen - natürlich ohne Lohnausgleich. Mit anderen Worten: Für das gleiche Geld soll 20 Prozent mehr geleistet werden. Konsequenterweise sollte Herr Merz dann, bitte schön, mit gutem Beispiel vorangehen und sich mit einer Kürzung seiner Abgeordneten- und sonstigen Bezüge einverstanden erklären. Es ist leicht, von anderen immer etwas zu fordern, sich selbst und seinesgleichen aber stets von etwaigen Kürzungen oder Mehrleistungen stillschweigend auszunehmen. Ganz nebenbei: Unbeantwortet bleibt in den Diskussionen die Frage, wie bei sinkendem Realeinkommen ein gesteigertes Konsumverhalten zu realisieren wäre, das zur Ankurbelung der lahmenden Inlandskonjunktur erforderlich wäre.

FRANKENBERG (HESSEN) KLAUS GOETSCH

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 100 / 110
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.