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»WENN ER STUR BLEIBT - EINFACH GEHEN«

Die Expertise eines Psychiaters half dem US-Präsidenten John F. Kennedy beim Wiener Gipfeltreffen 1961 und während der Kuba-Krise, seinen Gegenspieler Nikita Chruschtschow richtig einzuschätzen. Im Auftrage des US-Geheimdienstes CIA hatte der amerikanische Psychiater Dr. Bryant Wedge, zusammen mit anderen Wissenschaftlern, ein detailliertes Psychogramm des damaligen Sowjet-Premiers entworfen. Kurz vor der Wiener Konferenz, der ersten und einzigen persönlichen Begegnung zwischen den damals Mächtigsten der Welt, empfahl er Kennedy in einem Memorandum bestimmte Gesprächstaktiken, die Chruschtschows Persönlichkeit, aufgrund der Analyse, am besten gerecht würden, Pychiater Wedge, Direktor eines völkerpsychologischen Instituts der Tufts University in Bedford (US-Staat Massachusetts), veröffentlichte das bislang geheimgehaltene Dokument in der Oktober-Ausgabe des amerikanischen Soziologie-Fachblattes »Trans-action«. Dem Beitrag ist der folgende Auszug entnommen.
aus DER SPIEGEL 43/1968

Als der CIA mich 1960 zu dem Vorhaben einlud, ein Bild der Persönlichkeits-Struktur von Nikita S. Chruschtschow zu entwerfen, verpflichtete ich mich, Stillschweigen darüber zu wahren. Nun, acht Jahre später, glaube ich, daß diese Verpflichtung gegenstandslos geworden ist. Vielleicht kann diese Veröffentlichung einen Beitrag zu der Frage leisten, ob das Entwerfen solcher Psychogramme von den Handelnden der Weltpolitik nützlich ist.

Ich muß eine Einschränkung machen. Naturgemäß bleibt die klinische Untersuchung eines Patienten strenggenommen die einzige Grundlage für eine medizinische oder psychiatrische Beurteilung eines Menschen. Dennoch glaube ich, daß Persönlichkeits-Beurteilungen von einigem wissenschaftlichen Wert auch dann möglich sind, wenn, wie in diesem Fall, nur indirekte Quellen zur systematischen Auswertung verfügbar sind sofern die Auswertung sich an bestimmte systematisch-wissenschaftliche Methoden und Kontrollen hält.

Der CIA hatte umfangreiches Informationsmaterial über Chruschtschow gesammelt, das fast ausschließlich aus öffentlich zugänglichen Quellen stammte. (Die Informationen, die wir aus Geheimdienstquellen erhalten hatten, waren für die Analyse praktisch wertlos; sie waren kaum tauglicher als Hausfrauenklatsch.)

Mehrere Stunden lang studierten wir Hunderte von Filmszenen, die das öffentliche Auftreten des russischen Partei- und Regierungschefs in allen möglichen Situationen, zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten zeigten. Es war deutlich sichtbar, wie schnell Chruschtschow die Begrüßungsgesten der einheimischen Bevölkerung annahm, als er Indien besuchte, und deutlich erkennbar machte er einen unaufmerksamen und abgespannten Eindruck, wenn er lange Reden anhören mußte.

Gerüchte, daß Chruschtschow an Bluthochdruck und Arterienverhärtung leide, wurden von Medizinern widerlegt, die auf einigen Filmen seine Schläfen-Arterien bei schräg auffallendem Licht beobachten konnten. Außerdem sagten die Filme etwas über Chruschtschows Energie und Belastbarkeit aus. Und in ähnlicher Weise werteten wir Dutzende von Interviews und Reportagen in Zeitschriften, Zeitungen und Büchern aus.

Etwa zwanzig Experten -- Internisten, Psychiater und Psychologen -- sichteten gemeinsam diese Materialfülle. Wir stellten übereinstimmend fest, daß wir eine bemerkenswerte und ungewöhnlich beständige Persönlichkeit untersuchten. Chruschtschows Verhalten ließ sich also weitgehend voraussagen.

Es gab natürlich Probleme. Wir mußten versuchen, persönliche Eigenarten von solchen zu trennen, die durch typisch russische Sitten und Gebräuche bestimmt waren; es galt, Schauspielerei von wahrem, öffentliches von privatem Verhalten zu unterscheiden. Aber am Ende glaubten wir Chruschtschow gründlicher zu kennen« als jemanden aus unserer Umgebung, vielleicht sogar genauer als irgendeinen unserer Patienten,

Ich weiß nicht, in welchem Umfang der CIA damals von unseren Schlußfolgerungen über Chruschtschows Persönlichkeit Gebrauch gemacht hat. Ich halte für möglich, daß sie im Labyrinth der Bürokratie hängengeblieben sind. Und als dann 1961 das Treffen zwischen Präsident Kennedy und Parteichef Chruschtschow in Wien vereinbart wurde, beunruhigten mich die Äußerungen einiger amerikanischer Beamten, aus denen hervorging, daß man in Washington Chruschtschow ganz anders einschätzte, als unsere Analyse es ergeben hatte: Sie sahen in ihm eher einen verschlagenen machiavellistischen Kommunisten, nicht aber den überschwenglichen Aktivisten, als den wir ihn analysiert hatten. Daher entwarf ich für den Präsidenten in einem Memorandum nochmals mein eigenes Bild von der Persönlichkeit Chruschtschows. Das Memorandum hatte folgenden Wortlaut:

Chruschtschow ist als Persönlichkeit auffallend unkompliziert. Im Vokabular der Psychologen gesprochen, ist er ein stabiler Hypomaniker (chronisch optimistischer Opportunist), und seine Hauptstärke liegt in Charakterzügen, die diesem Typus eigen sind. Mit solchen Personen kann man auf kurze Sicht gut auskommen, sie sind jedoch auf lange Sicht unzuverlässig. Einige dieser Eigenarten und die Art und Weise, wie man ihnen zu begegnen hat, werden im folgenden erläutert:

Beweglichkeit, Chruschtschow erfaßt eine Situation äußerst schnell und weiß si sofort zu nutzen; die ihm nachgesagte Schlauheit (auf die er stolz ist) beruht auf diesem Charakterzug des anpassungsfähigen Opportunismus. Er ist bereit, sofort zu handeln, wenn er eine günstige Chance sieht, seinen Zielen näherzukommen. Aufgrund des gleichen Merkmals ist er im Rahmen seiner festen Zielsetzung impulsiv und kann durch eine bestechende Idee mitgerissen werden. Diesem Wesenszug begegnet man am besten durch Flexibilität in der Diskussion.

Chruschtschow kann eine feststehende Tagesordnung erfolgreich ausnutzen, indem er schwache Punkte ausspäht und ausschlachtet, selbst wenn sie nebensächlich sind. Diese Technik kann er nicht anwenden, wenn man ihm auf jedem Gebiet entgegentreten kann, auf das er sich begibt. Daher ist es am besten, ihm eine allgemeine Ansicht der zu erörternden Punkte zu bieten, jedoch immer mit der Bereitschaft, sie im Laufe des Gesprächs flexibel vorzutragen. Die geistige Beweglichkeit und die schnelle Auffassungsgabe Präsident Kennedys erscheinen für Verhandlungen mit solchem Mann besonders nützlich.

Direktheit. Chruschtschow ist bemerkenswert nüchtern und robust, er ist ein Mann der direkten Aktion. Er befaßt sich gern mit etwas Konkretem und liebt das Dramatische. Diese holzschnittartige Einfachheit kann man gar nicht hoch genug veranschlagen. Chruschtschow haßt Ausflüchte; sie machen ihn mißtrauisch. Ganz gleich, ob es sich um einen wichtigen oder unbedeutenden Diskussionspunkt handelt -- es empfiehlt sich, ihm unmittelbar und direkt zu antworten. Wiederholungen oder Erklärungen sind kaum notwendig; Chruschtschow erfaßt bereits beim ersten Hören die Konsequenzen einer Erklärung, wenn sie direkt und einfach formuliert ist. Wenn er etwas nicht zu verstehen scheint, so verbirgt sich dahinter lediglich die Absicht, etwas näher zu prüfen, und man sollte dementsprechend reagieren. Seine große Energie und sein Redebedürfnis lassen sich jedoch in der Weise nutzen, daß man ihm zunächst nur kurz und unvollständig antwortet und ihm Gelegenheit gibt, sich dazu zu äußern.

Reizbarkeit und Ablenkbarkeit. Frustration erträgt Chruschtschow kaum; er ist reizbar, wenn man ihn bedrängt. Diesen Charakterzug setzt er uneingeschränkt ein, um die Opposition einzuschüchtern, er läßt sich aber leicht auf andere Themen ablenken. Wenn daher eine feste Haltung geboten ist, braucht man das nicht zu betonen, sondern nur einfach zum Ausdruck zu bringen und ein anderes Thema oder einen anderen Aspekt des Themas einzuführen. Es ist ziemlich gefährlich, Chruschtschow festzunageln, ohne ihm Alternativen zu bieten, es sei denn, man wünscht einen Gefühlsausbruch seinerseits.

Persönliche Beziehungen. Chruschtschow muß seinen Gesprächspartner direkt in den Griff bekommen, von Mann zu Mann. Ein umständliches Protokoll und das Bestehen auf Förmlichkeiten regen ihn auf. Der direkte Handschlag, Zwanglosigkeit und die Bereitschaft. physische Nähe zu tolerieren, gefallen ihm daher sehr und fuhren zu jener Art von menschlichem Vertrauen«, derer er fähig ist. Obwohl niemand das Vertrauen Chruschtschows überschätzen sohle -- sein Mißtrauen führt jedenfalls zu negativen Ergebnissen.

Unterschiedliche Standpunkte. Meinungsverschiedenheiten vertragt Chruschtschow sehr gut, besonders wenn sie deutlich markiert werden, etwa in Formulierungen wie »ich stimme mit Ihnen darüber nicht überein« oder »wir haben eine andere Auffassung von den Dingen«. Das trifft vor allem für Antworten auf manche seiner Gefühlsausbrüche zu, von denen er sehr wohl weiß, wie übertrieben sie sind. Hingegen sind Versuche, ihm etwas zu erklären, ihn zu überreden oder zu überzeugen, nutzlos.

Chruschtschow haßt es, bedrängt zu werden; er scheint allerdings nichts dagegen zu haben, wenn man ihm Einhalt gebietet. In gleicher Weise respektiert er eine feste Haltung und den Widerstand der anderen, ihrerseits bedrängt zu werden.

Er billigte zum Beispiel die scharfe Abfuhr des amerikanischen Diplomaten James Williams Riddleberger auf seine, Chruschtschows, Behauptung, er kenne die Arbeiter besser als der US-Diplomat*. Wichtige Punkte kann man daher mit den Worten einleiten: »Wir lassen uns in den folgenden Fragen nicht bedrängen ...«

Einvernehmen. Chruschtschow ist zu einer Einigung »im Grundsatz« und »zwischen Gleichrangigen« fähig, aber auf keiner anderen Ebene. So mag er durchaus dem Grundsatz einer Überwachung und Kontrolle atomarer Abrüstung oder der Notwendigkeit von Abkommen über den Weltraum als allgemein wünschenswert zustimmen -- solange derartige Übereinkünfte sich detaillierter Modifizierungen enthalten. Würde man zum Beispiel in diesem Zusammenhang auf Bündnisverpflichtungen wie Nato, Cento oder Seato hinweisen, so würde dies sogleich Unstimmigkeiten heraufbeschwören ...

Scheitern einer Diskussion. Chruschtschow ist zu absoluter Uneinsichtigkeit fähig und vermag unerschütterlich auf einem bestimmten Punkt zu beharren. Dem kann man wie folgt begegnen:

* Mit dem Vorschlag. die Frage bis später zurückzustellen und zu*Bei einem Empfang in Belgrad, den Tito Anfang Juni 1955 zu Ehren des Sowjet-Premiers gab, kritisierte Chruschtschow gegenüber Riddleberger -- damals US-Botschafter in Belgrad -- den McCarthyismus in Amerika. Riddleberger erwiderte, auch in anderen Ländern gebe es gelegentlich »unangenehme politische Persönlichkeiten -- wie etwa Berija«. Chruschtschow lenkte ab, indem er bedauerte, daß er, Riddleberger, nicht sehr viel Fühlung mit den Arbeitern und Bauern in Amerika« habe. Darauf Riddleberger: »Ich arbeitete viele Jahre als Landarbeiter. Ich könnte wahrscheinlich manchen Leuten allerhand darüber erzählen, wie man ertragreich Mais anbaut.«

nächst andere Themen zu diskutieren.

* Wenn er weiterhin auf seinem Standpunkt beharrt -- mit einem Angebot, die Diskussion bis zu einem späteren Zeitpunkt abzubrechen.

* Wenn er weiter stur bleibt -- mit der Taktik, den Raum zu verlassen (man denke an Titos meisterhafte eisige Haltung).

Als Kommunist und russischer Nationalist hat Chruschtschow eine festumrissene Weltanschauung, die unantastbar ist. Dabei sind für die Gespräche in Wien folgende Maximen von größter Bedeutung:

* der Glaube, daß der Staat Vorrang habe vor dem Individuum;

* die Überzeugung, daß zwischen »Kapitalismus« und Sozialismus (Kommunismus) ein fundamentaler Konflikt bestehe;

* der Glaube, daß der reaktionäre kapitalistische Westen bestrebt ist, dem sowjetischen Staat zu schaden oder ihn zu vernichten.

Auf der anderen Seite vermag Chruschtschow den Wert, den wir der Freiheit des Individuums beimessen ebensowenig zu begreifen wie die Möglichkeit der Neutralität zwischen den beiden widerstreitenden Systemen oder den Grundsatz der Selbstbestimmung der Staaten im demokratischen Sinne -- einer Regierung durch den Konsensus des Volkes.

Angesichts der Voraussetzungen, von denen Chruschtschow ausgeht, kann er die Bedeutung eines Regierungssystems, das auf dem Willen der Mehrheit beruht, den Wert der Entscheidungsfreiheit des Individuums gegenüber der Entscheidung des Staates und der Autonomie oder der Nichteinmischung zwischen Staaten buchstäblich nicht verstehen. Am allerwenigsten begreift er das Prinzip der Herrschaft des Rechts, insbesondere des internationalen Rechts im verfassungsmäßigen Sinne. Das gilt vor allem für die Verpflichtungen der Nationen untereinander.

Nach seiner Doktrin verdrängt die historische Unvermeidbarkeit die nationalen Verpflichtungen. Er hat in bezug auf Abkommen keinerlei Ehrbegriff; sie sind nur so gut, wie die Machtverhältnisse sie garantieren. Es ist auch völlig sinnlos, im Umgang mit ihm auf der Basis solcher Ehrbegriffe zu verhandeln; er kann auch nicht dahin gebracht werden, sie zu respektieren. Da die Worte -- zum Beispiel »Freiheit«, was ihm etwa gleichbedeutend ist mit Schutz durch den Staat vor kapitalistischer Ausbeutung, oder auch »Demokratie« -- für ihn einen völlig anderen Sinn haben, muß man sich hüten, eine Übereinstimmung zu sehen, wo sie in Wahrheit nicht besteht.

Es gibt für Chruschtschow nur eine Basis der Übereinstimmung -- das pragmatische Eigeninteresse des sowjetischen Staates. Nur auf dieser Grundlage, und nur solange sie erhalten bleibt, können Abkommen gewahrt werden. Daher besteht nur eine Möglichkeit der Argumentation -- die Realitäten »der westlichen Standpunkte unmißverständlich zum Ausdruck zu bringen, so daß eine Fehleinschätzung vermieden und praktische Lösungen erreicht werden können. Erklärungen für Standpunkte der Vereinigten Staaten, die nicht auf pragmatischen Erwägungen beruhten, würden auf taube Ohren treffen ...

Abschließend möchte ich einen politischen Aspekt erwähnen. Chruschtschows Angst vor Deutschland ist tödlich und gefährlich. Immerhin verlor die Sowjet-Union in der Auseinandersetzung mit Hitler 20 Millionen Menschen -- ein Zehntel ihrer Bevölkerung. Chruschtschow selbst war während der deutschen Belagerung Politkommissar in Stalingrad. Somit ist es eine seiner Hauptbestrebungen, Deutschland schwach zu halten -- und dieser Wunsch darf keinesfalls unterschätzt werden ...

Noch eine technische Anmerkung: Kein normaler Mensch kann es mit Chruschtschows Durchhaltevermögen aufnehmen. Ein alter Trick von ihm besteht darin, seine Verhandlungspartner durch pure Ausdauer zu zermürben; er ist ein Meister darin, Konferenzen hinauszuzögern. Sitzungen sollten deshalb zeitlich begrenzt sein, wahrscheinlich auf jeweils 90 Minuten, wobei pro Tag nicht mehr als zwei offizielle Diskussionen und eine gesellschaftliche Begegnung angesetzt werden sollten. Der Präsident sollte zwischen den Sitzungen immer ruhen, wenn er mit Informationen nicht überladen werden will. Derartige konkrete Empfehlungen mögen zwar vermessen erscheinen, sie beruhen aber auf Erfahrungen mit Persönlichkeiten, die -- in raffinierter Weise -- zermürbend sein können, wenn man versucht, mit ihnen Schritt zu halten.

*

Dies war der Text des Memorandums, das Präsident Kennedy durch Vermittlung des CIA zugeleitet wurde. Das Treffen in Wien verlief dann, den Schilderungen Präsident Kennedys zufolge, in einer düsteren Atmosphäre. Chruschtschow war zurückhaltend, der Präsident gespannt. Beide Männer waren sich der Bedeutung ihres Treffens bewußt. Sie trugen Meinungsverschiedenheiten aus, ohne daß es zu Streitszenen kam. Chruschtschow verhielt sich -- in maßvoller Weise -- wie vorhergesagt.

Nach seiner Rückkehr aus Wien gab der Präsident am 6. Juni 1981 einen Bericht an die Nation, in dem er unter anderem erklärte: »Tatsache ist, daß die Sowjets und wir denselben Worten wie Krieg, Frieden, Demokratie und Wille des Volkes völlig verschiedene Bedeutung beilegen. Wir haben eine ganz andere Auffassung von Recht und Unrecht ... Aber zumindest kennen wir jetzt unsere beiderseitigen Standpunkte besser.«

Und in bemerkenswerter -- gleichsam spiegelbildlicher -- Übereinstimmung antwortete Chruschtschow am 13. Juli 1962 vor einer Gruppe amerikanischer Journalisten: »Wir haben unterschiedliche politische Auffassungen, sie sind einander sozusagen diametral entgegengesetzt, und wir haben verschiedene Ansichten über Gut und Böse im Leben der Gesellschaft ... Doch jeder soll an seiner Auffassung festhalten.«

Waren unsere Schlußfolgerungen in bezug auf die Persönlichkeit Chruschtschows stichhaltig? Unsere Einschätzung Chruschtschows hatte zu der Schlußfolgerung geführt, daß seine Verhaltensweisen in gewissem Maße vorhersagbar und daß Erfahrungen mit anderen Menschen dieses Persönlichkeitstyps auf ihn übertragbar waren -- und ich glaube diese Schlußfolgerung war nützlich, insoweit, als sie einen veränderten Blickwinkel ermöglichte. Jedenfalls hat diese Art von Vertrautsein zwischen den beiden Männern eine Rolle gespielt, vor allem während der Kuba-Krise.

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