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»Wenn ich einmal Weltmeister werde ...«

aus DER SPIEGEL 32/1972

Zuallererst werde ich eine Weltreise machen und Schaukämpfe veranstalten. Und ich werde dafür noch nie dagewesene Summen verlangen. Ich werde einen neuen Standard setzen, ich werde sie Tausender zahlen lassen. Dann werde ich auf einem Luxusdampfer nach Hause kommen. Erster Klasse. Ich werde mir in England einen Smoking arbei -- ten lassen, den ich immer zum Abendessen anziehe.

»Wenn ich wieder zu Hause bin. werde ich ein paar Schachbücher schreiben und das ganze Spiel reorganisieren. Ich werde meinen eigenen Klub haben. Den Bobby Fischer... nein, vielmehr den Robert J. Fischer Schachklub. Das wird Klasse. Turniere nur im Abendanzug. Jeder der rein will, muß mindestens 18 sein, es sei denn, er hat eine Spezialerlaubnis, weil er besonders talentiert ist. Der Klub wird in einer guten Gegend sein, etwa der Upper East Side.

»Und ich werde in meinem Klub große internationale Turniere abhalten, mit großen Geldpreisen. Und ich werde alle die Millionäre aus dem Schach herausschmeißen, wenn sie nicht mehr Geld für Schach ausgeben. Dann werde ich mir einen Wagen kaufen, daß ich nicht mehr mit der U-Bahn fahren muß. Die U-Bahn macht mich krank. Es wird ein Mercedes-Benz sein. Oder besser noch ein Rolls-Royce. Einen von diesen handgemachten 50000-Dollar-Jobs, für mich maßgeschneidert.

»Vielleicht kaufe ich mir auch eines der Düsenflugzeuge, wie sie jetzt immer für Geschäftsleute angepriesen werden, und eine Jacht. (Errol) Flynn hatte auch eine Jacht. Und dann werde ich mir noch ein paar Maßanzüge machen lassen. Ich möchte einer von den zehn bestgekleideten Männern sein. Das wäre wirklich was.

»Dann werde ich mir ein Haus bauen. Ich weiß noch nicht wo, aber sicher nicht in Greenwich Village. Da unten, das sind alles dreckige, schmierige Tiere. Vielleicht baue ich es in Hongkong. Jeder der schon da war, sagt, es sei großartig. (Der Kommentator) Art Linkletter hat das im Rundfunk auch gesagt, und dort gibt es wunderbare Anzüge für nur 20 Dollar.

»Oder vielleicht baue ich es auch in Beverly Hills. Die Leute dort sind zwar irgendwie komisch. Aber das Klima ist gut, und es ist nicht weit nach Las Vegas, Mexiko, Hawaii und solchen Orten. Ich werde den besten Architekten beauftragen und es in Form eines Schachturmes bauen lassen. Ja, das ist was für mich. Klasse. Wendeltreppe, Turmbrüstung, alles. Ich möchte den Rest meines Lebens in einem Haus leben, das genau wie ein Schachturm aussieht.«

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