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Werner Finck

aus DER SPIEGEL 41/1949

Werner Finck steht augenblicklich unter einem Unstern. Die Berliner Presse schrieb hämisch über ihn und sein Programm: »Stuttgart scheint näher bei Posemückel zu liegen als bei Berlin«. Die Hamburger »Zeit« spöttelt: »Werner Finck ist alt geworden, aber er ist nicht mehr der alte.« Auch als Herausgeber der satirischen Zeitschrift »Das Wespennest« kam er vor Wochen auf keinen grünen Zweig. Resigniert telephonierte er der Nachrichtenagentur Dena. »Ich bin als Herausgeber des 'Wespennest', in das ich mich fahrlässig gesetzt habe, zurückgetreten. Von vornherein auf verlorenem Posten, deckte ich die Flucht des Gros meiner Mitarbeiter, die sich bereits vorher planmäßig vom Verlag abgesetzt hatten.« Auch die Leser setzten sich inzwischen ab. Das »Wespennest« wurde nicht mehr abgesetzt. Es gab seinen Geist auf, erschien noch ein paarmal und stellte jetzt fast unbeachtet sein Erscheinen ein. Die Herausgeber-Episode hat dem wenig geschäftstüchtigen Werner Finck keinen Pfennig Geld und viel Aerger eingebracht.

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