WerteUnion attackiert Merkel »Die Dame war durch und durch DDR«

Deutschland habe sich jahrelang von Angela Merkel täuschen lassen: Der Vorsitzende der konservativen WerteUnion hat die frühere Kanzlerin scharf kritisiert. Auch Hans-Georg Maaßen meldete sich zu Wort.
Merkel verlässt am 7. September 2021 den Bundestag

Merkel verlässt am 7. September 2021 den Bundestag

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JOHN MACDOUGALL / AFP

Der Vorsitzende der konservativen WerteUnion, Max Otte, hat die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf attackiert. »Die Dame war durch und durch DDR, sie war Apparatschik, sie war Funktionär, sie war völlig sozialisiert im Sozialismus«, sagte Otte am Montagabend über die langjährige CDU-Vorsitzende. »Es ist mir bis heute noch unfassbar, dass ein ganzes Land sich hat von ihr – 16 Jahre oder länger sogar – täuschen lassen. Das ist ein unglaubliches Meisterwerk, was sie da vollbracht hat und das ist ein Zerstörungswerk.«

Otte bezog dies auf die Energiewende, die Eurokrise, Migration und die Coronapandemie.

Max Otte im Jahr 2017

Max Otte im Jahr 2017

Foto: imago stock&people / APress / imago

Die WerteUnion bezeichnet sich selbst als konservative Basisbewegung innerhalb von CDU und CSU mit rund 4000 Mitgliedern. Sie zählt nicht zu den offiziellen Parteigliederungen der Union wie beispielsweise die Frauen-Union oder die Senioren-Union.

Otte stellte sich hinter die sogenannten Spaziergänge von Kritikern der Coronamaßnahmen und äußerte die Hoffnung, dass viel mehr Menschen auf die Straße gingen. »Dieses Land treibt in undemokratische Zustände«, sagte Otte. Die Meinungsfreiheit sei eingeschränkt. »Wir sind in einer Kulturrevolution.«

Der rechtsgerichtete Ökonom Otte wurde im Mai 2021 zum Vorsitzenden der WerteUnion gewählt. Zahlreiche Politiker hatten sich darüber empört: SPD-Politiker Lars Klingbeil bezeichnete die Wahl Ottes beispielsweise als »Putsch der AfD-Treuen«.

Hans-Georg Maaßen: »...dann ist man überhaupt aus dem demokratischen Diskurs ausgeschlossen«

Ottes jüngste Äußerungen fielen bei einer Onlinediskussion mit dem Titel: »Die CDU in der Opposition – Schicksalsjahre einer Volkspartei«. An der Veranstaltung nahm auch der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen teil. Er kritisierte, dass Argumente von Kritikern ausgeblendet würden: »Da gibt es eine Steigerung. Zuerst ist man ein Schwurbler, dann ein ›Querdenker‹, dann ein Rechtspopulist, dann ein Rechtsradikaler, dann kommt man zum Faschisten, Nazi, und dann ist man der Antisemit«, sagte Maaßen dabei unter anderem. »Ich glaube, wenn man in Deutschland der Antisemit ist, das ist in diesem Land der allerallerschwerste Vorwurf, den man machen kann, dann ist man überhaupt aus dem demokratischen Diskurs ausgeschlossen.«

Der ebenfalls an der Diskussion beteiligte Unternehmer Moritz Hunzinger beklagte unter anderem, dass zu viele Journalisten mit Migrationshintergrund in öffentlich-rechtlichen Sendungen zu sehen seien: »Wenn ich das Morgenmagazin anschaue, um auf Temperatur zu kommen, haben wir da jetzt über die Hälfte Gesichter, die definitiv einen Migrantenhintergrund haben. Das ist mir zu überdimensioniert.«

aar/dpa