Zur Ausgabe
Artikel 8 / 118
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

KOALITION Widerstand mit Augenzwinkern

aus DER SPIEGEL 41/2003

Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) muss bei seinem neuen Anlauf zur Bundeswehrreform nicht mehr mit massivem Widerstand der Grünen rechnen - obwohl er sich über deren Forderung hinwegsetzt, die Wehrpflicht abzuschaffen. Ausdrücklich als »sehr gut« lobte Vizekanzler Joschka Fischer vergangenen Mittwoch im Kabinett Strucks Plan, die Armee bis 2010 von derzeit 282 000 auf 250 000 Soldaten zu verkleinern und etwa hundert Standorte zu schließen. Milden Protest gegen die Wehrpflicht gab Fischer laut Teilnehmern nur »augenzwinkernd« zu Protokoll. Struck plant eine »Auswahlwehrpflicht« mit nur noch etwa 30 000 Rekruten und neunmonatiger Dienstzeit - nach dem Modell der Reformkommission Richard von Weizsäckers aus dem Jahr 2000. Experten von SPD wie Grünen erwarten, dass der Zwangsdienst in der nächsten Wahlperiode ganz abgeschafft werden könnte. Noch vor Jahresende wollen die Koalitionäre über die künftige Wehrverfassung debattieren.

Zur Ausgabe
Artikel 8 / 118
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.