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Wiesheu wehrt sich

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aus DER SPIEGEL 13/1984

Der frühere CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu versucht verzweifelt, einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Wiesheu war im Oktober bei einem Blutalkoholgehalt von über 1,6 Promille nachts auf der Autobahn München-Nürnberg mit seinem Mercedes auf einen Fiat 500 aufgefahren. Der 67jährige Fiat-Fahrer starb, sein 41 Jahre alter Begleiter wurde schwer verletzt. In Gutachten will Wiesheu eine Mitschuld des Fiat-Fahrers nachweisen: Da der Körper des Unfallopfers hinter dem Kleinwagen gelegen habe, sei davon auszugehen, daß der Mann mitten auf der Autobahn angehalten habe, um die Rücklichter seines Wagens zu überprüfen. Der Fiat habe schon vorher einmal wegen eines elektrischen Defekts stoppen müssen. Der Fahrer habe auch nicht durch das dünne Faltdach geschleudert werden können, da auf dem Fiat ein Gepäckträger befestigt gewesen sei, den man jetzt erst wiedergefunden habe. Die CSU-Spitze zweifelt offenbar am Erfolg solcher Entlastungsversuche: Im Juni will Franz Josef Strauß einen neuen Generalsekretär ernennen - bisher verwaltet Gerold Tandler kommissarisch das Amt. Seine Favoriten sind der CSU-Landtagsabgeordnete Günther Beckstein und der Staatssekretär im bayrischen Wirtschaftsministerium, Georg Freiherr von Waldenfels.

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