Zur Ausgabe
Artikel 63 / 110
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Europa Wildes Gerangel um Posten

aus DER SPIEGEL 42/1994

Noch niemals in der 37jährigen Geschichte der Europäischen Union haben die Mitgliedsländer so erbittert um die einflußreichen Ressorts in der Brüsseler Kommission gestritten. Der französische Premier Edouard Balladur verlangt für die ehemalige französische Regierungschefin Edith Cresson, eine erklärte Protektionistin, die Zuständigkeit für Industrie- oder Wettbewerbspolitik der Union. Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi will für den angesehenen Ökonomen Mario Monti ein Wirtschaftsressort in der EU-Behörde. Zwar benennen die Mitgliedsregierungen ihre Kommissare, aber über die Aufteilung der Geschäftsbereiche in der EU-Zentrale entscheidet der neue Präsident in einer »Nacht der langen Messer«, so Kommissar Martin Bangemann. Zur Meuchelnacht hat der neue Kommissionspräsident Jacques Santer am 29. Oktober das künftige Kollegium auf das Luxemburger Schloß Fenningen geladen. Der liberale Bangemann kann damit rechnen, wenigstens für die Informations- und Kommunikationstechnologien zuständig zu bleiben. Seine neue Kollegin, die ÖTV-Chefin Monika Wulf-Mathies, hat gute Chancen, die Regionalpolitik mit dem milliardenschweren Regionalfonds zu übernehmen.

Zur Ausgabe
Artikel 63 / 110
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.