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Wilhelm Hahn

aus DER SPIEGEL 52/1966

Wilhelm Hahn, 57, baden-württembergischer Kultusminister (CDU) und Professor Dr. theol., verbot dem Allgemeinen Studenten-Ausschuß der Universität Tübingen, im Auditorium maximum der Hochschule einen Vortragsabend mit dem (an westdeutschen Gerichten zugelassenen) DDR-Staranwalt Professor Friedrich Karl Kaul als Hauptredner zu veranstalten (Thema: »Quo vadis, Germania?"). Begründung: »Wir lassen nur Vorträge von unbedingt staatsbejahenden Parteien zu. Vorträge von Professor Kaul werden in Baden-Württemberg in keiner Weise behindert, aber es ist zuviel verlangt, daß der demokratische Staat dem Antidemokraten helfen soll. Falls ich Kaul erlaube, in der Universität zu reden, dann kann ich auch Redner der NPD nicht ablehnen.« Kauls Vortrag wurde daraufhin in die Tübinger Schlachthof-Gaststätte verlegt.

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