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Briefe

WILLY SCHLIEKER
aus DER SPIEGEL 42/1956

WILLY SCHLIEKER

Mit einigem Erstaunen lese ich die Leserzuschriften in Ihrer Nr. 41 über die Veröffentlichung Schlieker, denn ich hätte nicht vermutet, daß die Reaktion auf Ihren sehr instruktiven und doch weitgehend »wertfreien« Artikel so negativ und kleinbürgerlich ausfallen würde.

Ich habe Schlieker einigemal im Jahre 1944 im Ministerium meines jüngeren Bruders Albert Speer besucht. Mein eigenes Arbeitsgebiet lag - in der Nahrungsmitteltechnik: Ich war Mitarbeiter beim Bevollmächtigten für Nahrungsmitteltechnik im Reichsforschungsrat, dem sogenannten »Reichspuddingführer«, Herrn Direktor Crampe von der Firma Oetker. Mein Bruder achtete zwar eifersüchtig darauf, daß kein Mitglied seiner Familie irgendwie in seinem Arbeitsbereich Fuß faßte - trotzdem half uns Herr Schlieker für unsere Forschungsaufträge manchmal mit kleinen Eisenmengen (30 bis 80 Tonnen) aus.

Schlieker, dessen jugendliches Alter nicht vermutet werden konnte, hob sich von den anderen Mitarbeitern des Rüstungsministeriums, die teils sture Techniker, teils durchaus verdächtige Gestalten waren, durch einen angenehmen Zug zur Ironie ab ... Seine ganze Betrachtungsweise hatte etwas Geistreiches, auch wenn er nur über seine Eisenscheine und Kontingente sprach. Aus diesen klugen Überblicken der jeweiligen Lage möchte ich seine Erfolge erklären, und nicht aus irgendeiner Skrupellosigkeit, die ihm von Ihren Lesern vorgeworfen zu werden scheint.

Heidelberg-Schlierbach HERMANN SPEER

Nur wer die königlichen Traditionen der Eisenhändler-Verbände kennt, ist in der Lage, die große Leistung von Willy H. Schlieker zu überblicken.

Wir alle hier sind stolz darauf, für einen Chef tätig zu sein, der aus einer Briefmarke ein Postamt gemacht hat!

Ihr Titelblatt haben wir im Büro angeschlagen, und es wird uns jeden Tag erinnern, daß auch wir hier verpflichtet sind, unser Bestes zu geben.

Basel MAX STALDER

Otto R. Krause AG

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