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Briefe

WISSEN IST MACHT
aus DER SPIEGEL 23/1959

WISSEN IST MACHT

Wenn man mit einer Verbesserung der Auslese wirklich Ernst machen will, müßte man die mittelmäßig Begabten von den höheren Schulen fernhalten, ohne Rücksicht auf den sozialen Stand der Eltern. Die bisherige Schule hat bei der sozialen Auslese wesentlich mitgewirkt, aber stets gehemmt durch das Ressentiment der geistig Minderbemittelten und das Mitleid mit ihrem Nachwuchs, dem man den »sozialen Aufstieg« nicht verwehren wollte. Die Auslese ist durch die Rücksicht auf nur mittelmäßig begabte Kinder aus Familien der sozialen Oberschicht wesentlich beeinträchtigt worden.

Badenweiler

PROF. DR. FRITZ LENZ

Sie haben sich mil der Veröffentlichung der Vergleichszahlen über die Schulausgaben der verschiedenen Länder in den Jahren

1954 und 1938 ein großes Verdienst erworben, und ich möchte gern einiges tun, um Ihnen noch weitere Resonanz zu verschaffen.

Hinterzarten DR. GEORG PICHT

Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft

Durch eine schlechte Armee kann im Kriegsfall ein Volk sofort zugrunde gehen, durch eine schlechte Schule aber muß es nach fünfzehn bis zwanzig Jahren jede Art von Wettkampf verlieren.

Saarbrücken FERDINAND WESTERNHAGEN

Es war vorauszusehen, daß die Kritiker des »Rahmenplanes« sich zuerst zu Wort meldeten. Daß die Wirtschaft sich auf die modernsten Arbeitsmethoden umstellt und bei der Werbung alle Register bis zur Tiefenpsychologie zieht, hält man für selbstverständlich und zeitgemäß. Wenn aber der Deutsche Ausschuß für das Schulwesen, von qualifizierten Männern und Frauen beschickt, echte Ansätze zu einer Schulreform empfiehlt, dann nennt man das »materialistisch«.

Hoffentlich folgen recht viele Eltern der Stellungnahme des Hauptvorstandes der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Lehrerverbände, der größten Lehrerorganisation der Bundesrepublik, die den Vorschlag begrüßt, an die Stelle der punktuellen Auslese nach dem vierten Schuljahr die Förderstufe zu setzen. Dadurch können die Kinder ohne Belastung durch Aufnahmeprüfungen auf Grund ihrer Aufstiegszeugnisse in den ihnen gemäßen Schulzweig eintreten. Er hält ebenso den Ausbau der Hauptschule durch ein neuntes und zehntes Schuljahr für unerläßlich.

Düsseldorf KARL HEINZ PURWIN

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Landesverband Nordrhein-Westfalen

Picht

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