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Bauland Wohnen auf dem Tunnel

aus DER SPIEGEL 6/1996

Beim Ausbau der Autobahn A 7 mit einer vierten Elbtunnelröhre in Hamburg könnte neues citynahes Bauland entstehen, wenn am nördlichen Ende des Tunnels auf einer Drei-Kilometer-Strecke die Autobahn ein Lärmschutzdach aus Beton erhält. Nach Berechnungen einer Bürgerinitiative und mehrerer Immobilienfirmen ließen sich auf diesem Dach 240 000 Quadratmeter Nutzfläche gewinnen.

Auf dem Neuland könnten etwa schicke Wohnungen oder Gewerbegebiete errichtet werden, ähnlich wie über Verkehrsbauten in anderen Städten: So steht ein Berliner Wohnblock auf einer Stadtautobahn, ebenso ein Hotel in Bonn; auch das Düsseldorfer Rheinufer ist teilweise autofrei, seit der Verkehr in einen Tunnel versenkt wurde. In Stuttgart ermöglicht die Deutsche Bahn ein attraktives Innenstadtgelände: Der Hauptbahnhof wird in den Untergrund verlegt. In Japan und den USA werden komplette Verkehrsprojekte zur Flächengewinnung konzipiert. Auch der Trierer Verkehrsexperte Heiner Monheim hält bei vorhandenen Straßen solche »Lückenschlüsse für die Stadtentwicklung« für sinnvoll.

Für das Hamburger Projekt würde das Bonner Verkehrsministerium mindestens 40 Millionen Mark aus dem Lärmschutzprogramm bereitstellen. Der Bausenator der Hansestadt läßt nun von zwei Rechtsprofessoren die Voraussetzungen auch für die mögliche Bebauung klären. Hamburgs Stadtchef Henning Voscherau (SPD) hält die Tunnel-Lösung für »gut und sinnvoll«, sie müsse sich »aber rechnen«.

[Grafiktext]

Baulandgewinnung bei Überdachung der Elbtunnelautobahn in Hamburg

[GrafiktextEnde]

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