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Wolfgang Neuss

aus DER SPIEGEL 4/1966

Wolfgang Neuss, 41, Berliner Kabarettist, verlor die erste Runde seines Rechtsstreits mit den Berliner Zeitungsverlegern. Die Presse-Chefs haben Neuss mit einem Anzeigenboykott belegt, weil er in einem Extrablatt seines »Neuss Deutschland« über Zeitungsaufrufe gespottet hatte, in denen die Berliner gebeten worden waren, den Hinterbliebenen der in Vietnam gefallenen US-Soldaten zu Weihnachten Nachbildungen der Berliner »Freiheitsglocke« zu schenken (SPIEGEL 50/1965). Neuss wollte die Tageszeitungen durch eine Einstweilige Verfügung zwingen, ihn wieder inserieren zu lassen, daß er jeden Freitag und Sonnabend von 23 Uhr an im Theater am Kurfürstendamm auftrete. Das Landgericht Berlin wies seinen Antrag ab und verurteilte ihn, die Kosten des Verfahrens (Streitwert: 100 000 Mark) zu tragen. In einem neuen Extrablatt meldet Neuss, »wir wollen in die Berufung gehen«, und bittet um finanzielle Unterstützung seines Rechtsstreits durch Spenden auf das West-Berliner Postscheckkonto 1961 03.

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