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Wolfgang Schäuble,

aus DER SPIEGEL 32/1996

53, CDU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, bemüht himmlische Argumente, um seine ostdeutschen Landsleute zu mehr Bescheidenheit und Demut aufzufordern. Schäuble war als Redner zur sogenannten Laienkanzel der Schweriner Domgemeinde eingeladen worden, auf der Nicht-Theologen Bibelstellen vorstellen, die für ihr Leben wichtig sind. Der Christdemokrat entschied sich - »als Mensch und Politiker« - für das erste Gebot: »Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.« Nicht nur deshalb, so beschied Schäuble seine Zuhörerschaft, weil es Kraft gebe, um »modische Alltagsängste« zu bekämpfen, sondern auch als Mahnung gegen die zügellose »Hingabe zum Hedonismus«, der in der »Wohlstands- und Konsumgesellschaft« immer mehr zum Götzenbild mutiere. Auf Erden gehe es doch »immer nur um vorletzte Dinge«, schloß Schäuble seinen Vortrag, der nicht bei allen Schwerinern gut ankam: Mecklenburg-Vorpommern ist das ärmste Bundesland mit einer Arbeitslosigkeit von über 16 Prozent.

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