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Wolfgang Thierse

aus DER SPIEGEL 29/2001

Wolfgang Thierse, 57, Bundestagspräsident und Mitglied von Hertha BSC, gestand seine »heimliche Liebe«. Die gilt einem Fußballverein ganz weit im Westen - Borussia Mönchengladbach, bekannte er jetzt in der in dieser Woche erscheinenden Ausgabe von »Hörzu«. Natürlich weiß er, »wie gefährlich dieses Eingeständnis« ist. Daher beeilt sich der als Schöngeist bekannte Politiker zu versichern, seine »erste und offizielle Liebe« gelte weiterhin seinem Berliner Verein. Wenn die in die Bundesliga zurückgekehrten Gladbacher in der Hauptstadt spielen, wird Thierse der Borussia natürlich nicht die Daumen drücken, aber »wenigstens den Bayern und den anderen Großen im Westen soll sie es mit möglichst erfrischendem Fußball wieder zeigen«. Und woher rührt die überraschende Zuneigung des Bundestagspräsidenten zu den westdeutschen Kickern? Aus der Tiefe der Zeit. Aus den siebziger Jahren, als Günter Netzer »aus der Tiefe des Raumes« kam, sich das Fußballspiel »von den Fesseln bloßer Kraftanstrengung« befreit hatte und, so der nun öffentlich gewordene Gladbach-Fan, die »Grenzen zwischen Sport, Ästhetik und Kult« fließend geworden waren.

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