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Wolfgang Wagner,

aus DER SPIEGEL 32/1996

76, Leiter der Bayreuther Festspiele, betätigte sich als Undercover-Agent im Kampf gegen Schwarzmarkthändler. Als »Herr Sommerholz« buchte der Wagner-Enkel zwei »Siegfried«-Karten für die Aufführung am 31. Juli bei einem Reiseveranstalter, der freimütig zugab, die Billets vom »Sekundärmarkt« bezogen zu haben. Kosten inklusive einer Übernachtung im Doppelzimmer: 3570 Mark. Wagner, der Schwarzmarktgeschäfte »Schweinerei« nennt und sie auf dem Grünen Hügel mit Verbotsschildern zu verhindern hofft, erhielt seine ordnungsgemäß bezahlten Karten dennoch nicht. Die kostbaren Tickets, die, wie aus den Buchungsunterlagen hervorging »eine Dame aus dem hohen Norden« dem Reiseveranstalter verhökert hatte, gibt es nur bei Vorlage des Personalausweises. Den Paß eines »Herrn Sommerholz« konnte Wagner verständlicherweise nicht vorzeigen. So erhielt er obendrein auch das Geld für die Eintrittskarten nicht zurück. Was Wagner verschmerzen kann. Für die beiden auf »Herrn Sommerholz« gebuchten Plätze ließ die Festspielleitung flugs Karten nachdrucken.

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