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»Wozu gehören heute Thüringen, Sachsen oder auch Mecklenburg?«

aus DER SPIEGEL 11/1960

Das Institut für Werbepsychologie und Markterkundung, Frankfurt am Main, richtete in einer Repräsentativ-Erhebung an rund zweitausend über 15 Jahre alte Bundesbürger die Frage: »Wozu gehören heute Thüringen, Sachsen oder auch Mecklenburg?« Es sollte erkundet werden, inwieweit sich bei der westdeutschen Bevölkerung die Bezeichnung »DDR« für den russisch besetzten Teil Deutschlands durchgesetzt hat. Durch die Umschreibung dieses Gebiets mit den Namen alter deutscher Länder lenkten die Interviewer von der aktuellen politischen Fragestellung ab. In unbefangener Antwort wählten 47 Prozent der Bevölkerung eine überwiegend geographisch bestimmte Bezeichnung ("Ostzone«, »Mitteldeutschland«, »Ostdeutschland«, »Mittelzone"). 30 Prozent nannten den Ulbricht-Staat »sowjetische Besatzungszone«. Für die offizielle Bezeichnung »DDR« entschieden sich 21 Prozent, davon die 15 bis 40jährigen häufiger als die 40 bis 60jährigen, und diese wiederum häufiger als die über 60jährigen. Zwei Prozent der Befragten hatten nur völlig ungebräuchliche Ausdrücke parat oder wußten nicht, wo Thüringen, Sachsen und Mecklenburg überhaupt liegen.

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