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Briefe

»Zehn nackte Neger«
aus DER SPIEGEL 50/1999

»Zehn nackte Neger«

Nr. 49/1999, Panorama: Am Rande

Zu dem von Ihnen erwähnten Vorfall: Ein mir unbekannter Herr aus der Reihe nebenan setzte sich 1994 im Flugzeug neben mich und hängte mir, die ich arbeiten wollte, ein Gespräch auf. Er stellte sich als Freund von Strauß und Unternehmer vor, gab an wie zehn nackte Neger und fand schließlich, dass dieses Gegeneinander von CSU und SPD in Bayern endlich aufhören müsse und ich dafür die geeignete Person sei. Ich habe diese Eignung bestritten, weil schon persönliche Gründe dagegen sprächen. Ich fragte ihn, ob er sich vorstellen könne, dass man sich mit Stoiber über ein gutes Essen, ein nicht politisches Buch, Bilder oder gar über die Liebe unterhalten könnte. Dann bat ich darum, weiter arbeiten zu können. Beim Aussteigen gab mir die Stewardess einen Umschlag (was nicht ungewöhnlich ist, von persönlichen Anliegen bis Autogrammwünschen bekomme ich dauernd Umschläge, bisher war allerdings nur einmal Geld drin). Ich habe ihn im Auto aufgemacht, bin erschrocken, habe eine Visitenkarte mit Dank für das Gespräch drin gefunden (der Name hat mir nichts gesagt), das Geld bei unserem Kassierer abgegeben, mich bedankt und eine Spendenquittung ausstellen lassen. Das ist die ganze Geschichte.

BERLIN RENATE SCHMIDT

STELLV. PARTEIVORSITZENDE DER SPD

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