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Briefe

Ziel erreicht
aus DER SPIEGEL 21/1981

Ziel erreicht

(Nr. 8/1981, Griechenland: Seeleute zweiter Klasse)

Ihre Beurteilung erweckt den Eindruck, daß der griechischen Schiffahrt durch den Beitritt Griechenlands zur Europäischen Gemeinschaft eine Reihe von Problemen bevorstehe.

So wird behauptet, »der Einzug in die Gemeinschaft beschere den griechischen Reedern Nachteile, denn sie werden gezwungen sein, Heuer und Sozialleistungen für die Matrosen zu erhöhen«. Dabei wird übersehen, daß die Gemeinschaft kein einheitliches Heuer- oder Sozialleistungsniveau beschlossen hat, dem sich die griechischen Werte anzupassen hätten.

Die griechische Schiffahrt hat außerdem nichts von den Sicherheitsvorschriften der EG zu befürchten; die übrigens noch nicht endgültig formuliert sind.

Ihre Vermutung, ein Fünftel der griechischen Flotte sei auszumustern, da es sich »um bejahrte, als schwimmende Särge verrufene Fahrzeuge handelt«, beruht auf einer falschen Grundlage: Laut statistischer Angaben von Lloyd's sind nur 19 Schiffe der griechischen Schiffe älter als 20 Jahre. Von ihnen sind wiederum 80 Prozent unter 25 Jahre alt. Es handelt sich also um absolut fahrsichere Schiffe.

Die Bezeichnung dieser Schiffe als »schwimmende Särge« ist eine willkürliche Interpretation, um der griechischen Schiffahrt Schaden zuzufügen.

Griechenland verfügt über eine große Anzahl moderner Schiffe, deren Tonnage sogar die aller anderen EG-Mitglieder -- außer Großbritannien -übersteigt. Während die bundesdeutsche Handelsflotte eine Gesamttonnage von 8,3 Millionen BRT, die französische 11,9 Millionen BRT aufweist, umfaßt die griechische Flotte eine Gesamttonnage von 12,5 Millionen BRT an Schiffen unter zehn Jahren.

Piräus IOANNIS B. FIKIORIS Der Minister Ministerium für die Handelsschiffahrt

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