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Zuflucht in Frankreich?

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aus DER SPIEGEL 39/1983

Der italienische Revolutionstheoretiker Antonio Negri, dem in Rom seine erneute Verhaftung drohte, ist wahrscheinlich nach Frankreich geflüchtet. In Italien wird angenommen, daß der Parlamentsabgeordnete, gegen den ein Strafverfahren wegen bewaffneten Aufruhrs, Entführung und Mordes anhängig ist, seine Ankündigung im SPIEGEL (34/1983) wahr macht und sich in den nächsten Tagen der Europäischen Menschenrechtskommission in Straßburg stellt, »damit dort befunden wird, ob in Italien die Menschenrechte gewahrt werden«. Der frühere Ordinarius für Politische Wissenschaften an der Universität Padua war im April 1979 verhaftet worden und ist angeklagt, Chef des italienischen Terrorismus gewesen zu sein. Durch seine Wahl zum Abgeordneten für die Radikale Partei im Juni war Negri nach vierjähriger Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt worden. Die Radikale Partei beabsichtigt, Negri nun ins Europa-Parlament wählen zu lassen. Damit wäre der kommunistische Abweichler vorerst vor Auslieferung geschützt.

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