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Briefe

Zum Halse heraus
aus DER SPIEGEL 4/1995

Zum Halse heraus

(Nr. 2/1995, Staatsdiener: SPIEGEL-Gespräch mit Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) über eine Reform des Öffentlichen Dienstes)

Es hängt mir langsam zum Halse raus, immer wieder zu hören und zu lesen, wie privilegiert die Angestellten und Beamten im Öffentlichen Dienst sind. Und jetzt bekommt man sogar noch vorgeworfen, daß man alt wird und somit Pension beansprucht. *UNTERSCHRIFT: Schwetzingen (Bad.-Württ.) B. J. PÜHRINGER

Die neue Diskussion »weniger Beamte, mehr Angestellte« erscheint mir wie ein erneutes Ablenkungsmanöver der Verantwortlichen der bisherigen Entwicklung. Eine wirksame Kostenersparnis kann nicht der Ersatz von Beamten durch Angestellte, sondern nur ein allgemeiner Personalabbau erreichen. *UNTERSCHRIFT: Burgdorf (Nieders.) JÖRG SCHEFFLER

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie vorrechnen könnten, wie ich auf 90 Prozent meines jetzigen Nettogehalts als Pension kommen kann. Da ich meine zu erwartende Pension voll versteuern und Krankenkassenbeiträge weiterhin voll entrichten muß, käme ich bei günstigsten Annahmen auf 71 Prozent nach immerhin 40 Dienstjahren. *UNTERSCHRIFT: Dassel (Nieders.) WOLFDIETRICH KAPPE

Um das Verhältnis von Alterseinkünften und Erwerbseinkommen von Beamten und Angestellten vergleichen zu können, muß das letzte Salär eines aktiven Beamten rechnerisch um Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung vermindert werden, die der Angestellte zahlt, der Beamte aber nicht. Setzt man dann die Nettopension in Beziehung zu dieser Basis, werden aus durchschnittlich 83 Prozent des tatsächlich ausgezahlten Nettoeinkommens des Beamten 90 Prozent - wie beim Angestellten mit Zusatzrenten. -Red.

Die Hauptursache für die fehlende Bürgernähe des Öffentlichen Dienstes liegt nicht im Unterschied zwischen Beamten und Angestellten, sondern in der mangelnden Kontrollmöglichkeit der Behörden durch die Bürger. *UNTERSCHRIFT: Übach-Palenberg (Nrdrh.-Westf.) HERMANN GENDRISCH

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