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Zweifel an Bulgarien-Fährte

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aus DER SPIEGEL 51/1984

Papst Johannes Paul II. Will dem Türken Ali Agca offenbar zur vorzeitigen Haftentlassung verhelfen. In einem am Mittwoch erscheinenden Interview mit der katholischen Wochenzeitung »Il Sabato« bat der Papstattentäter um »Begnadigung aus humanitären Gründen«. In Rom wird vermutet, die Idee stamme aus dem Vatikan: Die große Versöhnungsaktion, die Johannes Paul II. vor einem Jahr mit seinem Besuch in Agcas Haftzelle einleitete, soll mit einem Gnadenakt des italienischen Staates beendet werden. Zwar stellte der Vatikan damals den aufsehenerregenden Gefängnisbesuch so dar, als sei der Papst einer dringenden Bitte seines Attentäters gefolgt. In dem Interview gab Agca jedoch zu verstehen, daß die Initiative schon damals vom Papst ausging. Durch einen Gnadenakt von Strafe befreit, hätte Agca keinen Grund mehr - was er nach seiner Verurteilung öfter tat -, von seinem ursprünglichen Geständnis abzugehen, er habe mit drei Bulgaren, davon zwei Botschaftsangehörigen, das Attentat geplant. Und einzig mit diesem Geständnis, so berichten römische Juristen, sei die »pista bulgara«, die bulgarische Fährte, die zu den Hintermännern des Mordanschlags führen soll, zu halten. _(Am 27. Dezember 1983 im Römischen ) _(Gefängnis Rebibbia. )

Am 27. Dezember 1983 im Römischen Gefängnis Rebibbia.

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