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NEU IN DEUTSCHLAND Zwischen Madrid und Paris (USA).

aus DER SPIEGEL 50/1957

Drehbuchautor Peter Viertel siedelte in dieser Film-Version von Hemingways »Fiesta« die zensurfähigen Bruchstücke des Originaldialogs vornehmlich in den Kneipen und Bistros Frankreichs und Spaniens an - den anscheinend unumgänglichen Dauerdekorationen des Romans, dessen Held sich aus delikaten medizinischen Gründen der anderen vom Autor bevorzugten Dekoration - dem Bett - versagen muß. Ein Quintett der älteren Hollywood-Star -Garde (Ava Gardner, Tyrone Power, Mel Ferrer, Errol Flynn und Eddie Albert) repräsentiert die »verlorene Generation« in einer dem Roman nur halb entsprechenden Säufer-Mattigkeit. Der Cinemascope -Zar Darryl F. Zanuck, der das Breitwandverfahren in die Kinematographie einführte, vermag jedoch in einzelnen Bildern den Beschauer in die patentierte Hemingway-Stimmung von Blut, Alkohol und Leidenschaft zu versetzen. »Papa« Hemingway allerdings brachte für das Oeuvre nur ein raunziges Vernichtungsurteil auf: »Der Film ist, wenn man gnädig sein will, ziemlich enttäuschend.« (Darryl F. Zanuck.)

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