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Yen Duong / THE JOURNAL

Frauenbilder aus dem Lockdown Wie Fische in einem Aquarium

Mehr als 400 Fotografinnen aus 75 Ländern dokumentierten während der Pandemie für das globale Kollektiv »The Journal« ihre ganz persönlichen Geschichten. Wir zeigen eine Auswahl berührender Szenen.
Von Bettina Musall
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Die Fotografin Maria Gutérres bekam in der Zeit der Quarantäne Rückenschmerzen. Dieses Selbstporträt entstand, während die Argentinierin eine heiße Dusche nahm, um ihre Schmerzen zu lindern.

Foto: THE JOURNAL
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Oft drücken Kinder auf ihre unverstellte Art aus, was Erwachsene empfinden. Daro Sulakauri lebt in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Ihre kleine Nichte Nisime versteckte sich während der Covid-Isolation oft im Kleiderschrank. »In der Zeit der Krise«, sagt die Fotografin, »wurde sie meine Muse.«

Foto: Daro Sulakauri / THE JOURNAL
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Auch die Australierin Natalie Grono hielt die Spiele ihrer beiden Töchter 2020 in einem Foto-Tagebuch fest. So entstand bei ihr zu Hause in Byron Bay die Serie »Vogel unter dem Regenbogen«.

Foto: Natalie Grono / THE JOURNAL
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Als der Lockdown 2020 begann, war Nelly Ating nach einem Umzug allein in der 20-Millionen-Stadt Lagos. Der eine Freund, dem die Nigerianerin vertraute, nutzte ihre Situation aus. »Es gab keinen anderen Weg, meinem Schmerz Ausdruck zu verleihen«, sagt die Fotografin, »als ihn in meinen Bildern zu dokumentieren.«

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels stand aufgrund eines Übersetzungsfehlers, Ating sei von dem Freund vergewaltigt worden. Wir bedauern den Fehler und haben die Passage korrigiert.

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Nelly Ating / THE JOURNAL

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»Als ich klein war«, erinnert sich Emily Schiffer in Brooklyn, New York, »legte mich meine Großmutter quer über ihren Küchentisch, um mir die Haare zu waschen. Das war etwas Besonderes. Heute brauchen wir das Besondere. Ich räume den Tresen ab, und es funktioniert. Meine Tochter Lola sagt, beim Waschen im Waschbecken wird ihr Haar zu einem Wasserfall.«

Foto: Emily Schiffer / THE JOURNAL
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Erica Canepa lebt mit Freund und Katze auf 44 Quadratmetern in Buenos Aires. Während der Lockdowns, sagt die Fotografin, bewegten sie sich »wie Fische in einem Aquarium, tanzten langsam und navigierten ständig durch Stimmungen. Während langer Stunden schaute ich auf die Wolken auf der anderen Seite des Glases. Der Himmel änderte sich so oft wie meine Achterbahn-Emotionen.«

Foto: Erica Canepa / THE JOURNAL
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NO PLACE LIKE HOME!, nennt die Ägypterin Fatma Fahmy ihre Bilderserie. Sie verließ ihre Heimat und zog für ein Stipendium nach Südafrika, gerade als die Pandemie begann. »Meine Mutter sagte mir jeden Tag: ›Du musst nach Hause kommen und aufhören, stur zu sein!‹« Mittlerweile ist Fahmy wieder zu Hause.

Foto: Fatma Fahmy / THE JOURNAL
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Ho Chi Minh Stadt, Vietnam. Das »Selbstporträt mit abgestorbenen Pflanzen« nahm Yen Duong im April 2020 auf, als es in ihrer Heimat strikt verboten war, das Haus oder die Wohnung zu verlassen.

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Yen Duong / THE JOURNAL

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Als die Abriegelung in Antwerpen, Belgien, im März 2020 begann, »richtete ich zum ersten Mal meine Kamera auf meine eigene Umgebung, auf mich selbst«, sagt die Dokumentarfotografin Ans Brys. »Und ich hörte meinen Sohn die wundersamsten Dinge sagen. Zufällig mit meinen Bildern kombiniert, entsteht eine düstere Zeitlupenwelt. Und die Beziehung zu meinem Sohn erhielt eine neue Dimension.«

Foto: Ans Brys / THE JOURNAL
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Vielleicht spiegelte sich gerade wirklich der Mond in der Fensterscheibe bei Melissa Golden in Jasper im US-Staat Georgia. Vielleicht ist es auch nur eine Reflexion des Lichts im Inneren der Wohnung. »Mein erster wilder Nachtfalter war ein kleines Geschenk«, erinnert sich Golden an die leuchtend bunte Begegnung in der Dunkelheit.

Foto: Melissa Golden / THE JOURNAL

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Rausgehen und mit der Kamera dokumentieren, was geschieht, damit war es vom ersten Lockdown an für längere Zeit vorbei. Weltweit wurden Fotografinnen und Fotografen mehr oder weniger arbeitslos. Eine deutsche Initiative, angestoßen von der Fotografin Charlotte Schmitz, lud dazu ein, die Bilder aus dem veränderten Alltag festzuhalten. Es entstand ein globales, von Frauen fotografiertes Archiv der Covid-19-Krise. Noch bis zum 4. Juli 2021 ist es in der Dortmunder F2-Ausstellung  zu sehen, die von Schmitz und Anne Ackermann kuratiert wurde. Intime Begegnungen; private Einblicke in die Einsamkeit, in Liebe und Partnerschaft. Voller Traurigkeit, Kreativität und Solidarität. Die Arbeiten des Kollektivs »The Journal«  sind auch auf Instagram zu finden.

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