Für Teenagerinnen und Teenager sind ihre eigenen Zimmer wie kleine, heilige Hallen
Für Teenagerinnen und Teenager sind ihre eigenen Zimmer wie kleine, heilige Hallen
Foto: Anna Breit

Intimer Einblick in Teenie-Zimmer Das Zentrum der krassen Gefühle

Erster Liebeskummer, Akne-Alarm, innere Unruhe: Auf dem Höhepunkt der Pubertät spielt das persönliche Zimmer von Jugendlichen eine wichtige Rolle. Eine Fotografin hat junge Menschen dort besucht.
Von Nike Laurenz
1 / 12

Wenn es stimmt, dass die Pubertät die aufregendste Zeit im Leben ist, dann werden wohl viele, die gerade drinstecken oder sie schon hinter sich haben, sagen: Na ja. Die Pubertät, das ist vor allem: innere Unruhe, erster Liebeskummer, Pickel auf den Wangen, Zoff zu Hause. Und: jede Menge Extreme. Die österreichische Fotografin Anna Breit hat Teenagerinnen und Teenager in genau dieser Zeit besucht und in ihren Zimmern abgelichtet, im Entstehungs- und Verarbeitungszentrum der krassen Gefühle.

Foto: Anna Breit
2 / 12

»Ich wollte herausfinden, ob es diesen jungen Menschen heute anders geht als zu der Zeit, als ich noch eine Teenagerin war«, sagt Breit, inzwischen selbst 28 Jahre alt. Für ihre Serie »Teens in their Rooms«  sprach Anna Breit zwischen 2019 und 2020 mit verschiedenen Jugendlichen, hauptsächlich in Wien. Sie sprach zum Beispiel mit Adam, 18, fragte ihn, was ihn beschäftigt: Er sei sehr musikalisch, spiele mehrere Instrumente, mache auch elektronische Musik und wolle Produzent werden.

Foto: Anna Breit
3 / 12

Die jungen Menschen fand Breit in ihrem eigenen Bekanntenkreis, über soziale Netzwerke – oder sie sprach sie einfach auf der Straße an. Die Fotografin wollte auch herausfinden, was die Jugendlichen gern machen, was sie auszeichnet, abseits vom emotionalen Stress. Hier: Andy, 17, die mit ihrem Vater zusammenwohnt und viel liest.

Foto: Anna Breit
4 / 12

Gedeon, 17, sei erst zurückhaltend gewesen, sagt Anna Breit, und dann immer lockerer geworden. Er lese gern Comics, treffe seine Freunde, nur die Zukunft ist noch ein Fragezeichen: Was er mal werden will, wisse er noch nicht.

Foto: Anna Breit
5 / 12

Lilly, 16, war gerade auf einer Black-Lives-Matter-Demo in Wien unterwegs, als Anna Breit sie traf. Lilly sei politisch interessiert, fahre Skateboard, wohne gleich über ihren Eltern, fast wie in einer eigenen Wohnung, sagt Breit. »Ich habe das Gefühl, dass viele Teenagerinnen und Teenager sich stärker mit der Gesellschaft und mit den Folgen von Politik auseinandersetzen, als wir das vor zehn Jahren gemacht haben«, sagt die Fotografin. »Viele kommen mir cooler, reflektierter vor, als ich mich und meine Freundinnen und Freunde von damals in Erinnerung habe.«

Foto: Anna Breit
6 / 12

Kathi, 19: Mit ihr habe sie sehr lange über die Liebe gesprochen, sagt Anna Breit, darüber, wie schnell sie zerbrechen kann. »Als wir uns trafen, befanden wir uns beide mitten in einer Trennung, das hat uns sehr verbunden«, sagt die Fotografin. Mit Kathi – und einigen anderen Jugendlichen, die sie für ihre Serie begleitet habe – stehe sie bis heute in Kontakt.

Foto: Anna Breit
7 / 12

Das Zimmer als intimer Ort, den die Fotografin mit den Jugendlichen betrat: »In der Pubertät leben viele noch zu Hause, emanzipieren sich aber gleichzeitig vom Elternhaus. Im Zimmer zeichnet sich das ab.« Klamotten, Poster, Konzertkarten, Fotos, Sprüche an den Wänden – alles dreht sich um das eigene Innere. Wie hier bei Benico, 15, der in einer Band spielt.

Foto: Anna Breit
8 / 12

Venus, 19, träumt davon, einmal erfolgreiches Model zu sein. Sie wohnt mittlerweile in Berlin, so Breit, arbeitet als Stylistin und Piercerin – und legt, wenn gerade kein Corona ist, auf.

Foto: Anna Breit
9 / 12

Nico, 17: verbringt viel Zeit mit Freunden und interessiert sich für Tattoos, von denen er selbst auch einige hat. Er vermisse es, auszugehen, sagt Anna Breit. Nicos Familie hat zwei Hunde und zwei Katzen, mit denen er sich viel beschäftigt.

Foto: Anna Breit
10 / 12

Shivi, 15, wurde zum ersten Mal professionell fotografiert – und sei sehr aufgeregt gewesen, sagt Anna Breit.

Foto: Anna Breit
11 / 12

Elijas singt, malt und tanzt gern – und er sei ein sehr hilfreicher Mensch, sagt die Fotografin. Der 17-Jährige war beim Arbeiter-Samariter-Bund aktiv.


Foto: Anna Breit
12 / 12

Die Fotos, die Anna Breit von den jungen Menschen gemacht hat, sind in diesem Buch  versammelt, das am 26. April erscheint. Während sie fotografiert habe, sagt Breit, habe sie auch eine Menge über ihre eigene Pubertät gelernt, im Nachhinein. Mit den jungen Menschen zu sprechen, sie abzulichten, habe ihr die Fragen, die sich junge Menschen stellen, noch einmal vor Augen geführt. Fragen, die es womöglich wert sind, auch später wieder gestellt zu werden: Was will ich wirklich? Wo möchte ich sein, wie möchte ich lieben? Bin ich glücklich mit dem Leben, das ich führe?

Foto: Anna Breit
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.