Toxische Positivität Wieso zwanghaftes Glücklichsein auf Dauer unglücklich macht

Wir lachen gern und träumen vom Glück. Um gesund zu bleiben, müssen wir aber alle Gefühle ernst nehmen – auch Trauer, Wut und Enttäuschung. Wann positives Denken uns schadet, erklärt Autorin Anna Maas.
Ein Podcast von Lenne Kaffka

»Jeder ist seines Glückes Schmied«, »Good vibes only!« – wir alle kennen solche Sprüche und Weisheiten.

Und tatsächlich kann uns positives Denken dabei helfen, besser durchs Leben zu kommen, aber zwanghaftes Glücklichsein macht auf Dauer unglücklich. Viele Probleme lassen sich nicht einfach weglächeln, Krankheiten zum Beispiel, Schicksalsschläge oder auch Diskriminierung. Und nicht jede Krise ist auch eine Chance, sie ist vor allem erst mal: eine Krise.

»Wenn gar kein Platz mehr da ist für unangenehme Gefühle, für Trauer, Sorgen, Ängste, also Gefühle, die zum Leben dazugehören, dann wird's langsam toxisch«, sagt Autorin und Journalistin Anna Maas im SPIEGEL-Podcast »Smarter leben«. Problematisch daran ist nicht nur, dass wir unsere wahren Emotionen nicht ernst nehmen und sie wegdrücken. »Ein weiterer Punkt ist, dass die Verantwortung immer auf das Individuum geschoben wird. Da steckt eben auch drin: ›Wenn du nicht glücklich bist, bist du selbst schuld.‹«

Anna Maas, Autorin von »Die Happiness-Lüge. Wenn positives Denken toxisch wird.«

Anna Maas, Autorin von »Die Happiness-Lüge. Wenn positives Denken toxisch wird.«

Foto: Michael Jacobus Maas

Das Streben nach dem Dauerglück wirkt wie ein Produkt des Zeitgeistes: In Ratgebern, Podcasts und auf Social-Media-Profilen predigen Lifecoaches den Weg zu einem besseren Leben und Tausende hören zu, lesen mit, liken und übernehmen die Glaubenssätze. Allein auf Instagram sind Millionen Beiträge mit dem Hashtag #goodvibesonly versehen.

Die permanenten »good vibes« können dazu führen, dass wir letztlich aber Konflikten aus dem Weg gehen. »Es ist total wichtig, dass es Menschen gibt, die laut werden, die wütend werden und die ihre Frustration auch mal nach außen tragen, denn nur so kommen wir als Gesellschaft ins Gespräch. Und so kann sich langfristig auch etwas ändern«, betont Maas.

Wie schützen wir uns und andere vor toxischer Positivität? Wie gehen wir angemessen mit Menschen um, denen es nicht gut geht? Und wie finden wir selbst die richtige Balance? Darüber spricht Anna Maas im SPIEGEL-Podcast »Smarter leben«.

Die Folge hören Sie hier:

Podcast »Smarter leben« abonnieren

Sie können »Smarter leben« in allen Podcast-Apps kostenlos hören und abonnieren. Klicken Sie dafür einfach auf den Link zu ihrer Lieblings-App:

Und abonnieren Sie dann den Podcast, um keine Folge zu verpassen. Wenn Sie lieber eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie dort einfach nach »Smarter leben«. Den Link zum RSS-Feed finden Sie hier .