Lange Wartezeit 166 Flüge wegen Streik am Flughafen Düsseldorf abgesagt

Flugausfälle und lange Warteschlangen: Am Montag bringt ein erneuter Streik des Sicherheitspersonals den Betrieb am Düsseldorfer Flughafen durcheinander. Ein Viertel aller Verbindungen am drittgrößten deutschen Airport sind bereits abgesagt.
Flughafen Düsseldorf: Lange Wartezeiten vor den Sicherheitskontrollen

Flughafen Düsseldorf: Lange Wartezeiten vor den Sicherheitskontrollen

Foto: Caroline Seidel/ dpa

Düsseldorf - Am Flughafen Düsseldorf hat am Montagmorgen ein ganztägiger Streik des Sicherheitspersonals begonnen. Die Gewerkschaft Ver.di hat die Fluggastkontrolleure dazu aufgerufen, die Arbeit bis Mitternacht niederzulegen. In Hamburg dagegen setzen sich die Tarifparteien wieder an den Verhandlungstisch.

An den Terminals in Düsseldorf bildeten sich nach Angaben eines Flughafensprechers schon früh am Morgen lange Warteschlangen, da nur wenige Abfertigungsschleusen geöffnet werden konnten. Um die Kontrollen zu beschleunigen, sollten Passagiere nach Möglichkeit weitestgehend auf Handgepäck verzichten.

Der Flughafenbetreiber bittet die Passagiere, sich vor ihrer Anreise zum Airport bei den Airlines, Reiseveranstaltern oder auf der Homepage von Düsseldorf International  über ihren Flugstatus zu informieren.

Insgesamt wurden am Montag 53.200 Passagiere am Flughafen in Düsseldorf erwartet. Von den geplanten 593 Starts und Landungen waren bereits 136 Abflüge und 30 Ankünfte gestrichen worden, als die Streikabsicht bekannt wurde.

Ein Sprecher der Gewerkschaft Ver.di sagte, der Streik sei legitim und "das einzige Mittel, um die Lohnforderungen durchzusetzen". In den vergangenen Wochen hatte die Gewerkschaft mit Streiks der Sicherheitsleute sowohl in Düsseldorf als auch in Köln/Bonn wiederholt für erhebliche Behinderungen gesorgt.

Der Tarifkonflikt in der Sicherheitsbranche ist in Nordrhein-Westfalen seit langem festgefahren. Ver.di fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro je Stunde. Für die Beschäftigten der untersten Lohngruppe hätten die vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) vertretenen Arbeitgeber bisher lediglich 40 Cent mehr angeboten.

Die Arbeitgeber werfen Ver.di hingegen vor, die Forderungen liefen auf Erhöhungen um bis zu 43 Prozent hinaus. Der BDSW habe für die Fluggastkontrolleure für die Jahre 2013 und 2014 insgesamt 13,7 Prozent mehr Lohn geboten und für die untere Lohngruppe insgesamt 9,2 Prozent.

Unterdessen sollen die Tarifverhandlungen für die 600 Sicherheitskräfte am Hamburger Flughafen an diesem Montag in eine neue Runde gehen. Nach vier Streiktagen und einem Spitzengespräch haben die Arbeitgeber ein neues Angebot angekündigt.

Die wichtigsten Informationen für Passagiere:

Was passiert, wenn mein Flug gestrichen wurde?

Einen wegen des Streiks nicht angetretenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?

Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen einfordern. Die Fluglinien empfehlen, bei Inlandsflügen auf die Bahn auszuweichen.

Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.

Wo erhalten Reisende Auskünfte zu ihren Flügen?

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Hotlines von Veranstaltern: