40 Euro Strafgebühr Ryanair schafft Einchecken am Schalter ab

Erst kürzlich fragte Ryanair seine Passagiere, welche skurrile Extragebühr man noch einführen solle. Jetzt wurde der Billigflieger selbst kreativ: 40 Euro kostet ab Ende Mai ein Check-in am Schalter - und auch das Einchecken im Internet kostet extra.


Dublin - Beim irischen Billigflieger Ryanair müssen Passagiere ihre Tickets künftig selbst ausdrucken und für das Einchecken übers Internet extra bezahlen. Ab 20. Mai fallen pro Person und Flug fünf Euro zusätzlich an, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Für Kunden, die keine ausgedruckte Bordkarte vorweisen können, wird eine Strafgebühr von 40 Euro fällig.

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Ryanair hat in den vergangenen Wochen angekündigt, dass bis Oktober alle Check-in-Schalter an den Flughäfen geschlossen werden und Reisende dann nur noch online einchecken können. Bislang war eine Gebühr von 20 Euro für den Check-in am Schalter im Gespräch, die jetzt ohne Angabe von Gründen verdoppelt wurde. Bisher hatte das Einchecken am Schalter zehn Euro gekostet. Von den neu eingeführten Kosten für das Online-Einchecken ausgenommen sind laut Ryanair-Sprecher Stephen McNamara jedoch Werbeangebote wie Ticketpreise von einem oder fünf Euro.

Spätestens am 1. Oktober soll das Personal dem Unternehmen zufolge nur noch für das Gepäck zuständig sein und nur ausnahmsweise zum Einsatz kommen, wenn es einen starken Andrang von Passagieren ohne selbst ausgedruckte Tickets gibt. Für die Reisenden fielen ab Herbst die Warteschlangen beim Einchecken weg, sagte McNamara. Außerdem könne Ryanair so seine Kosteneinsparungen an die Kunden weitergeben.

Wegen Besonderheiten des Online-Systems werden allerdings viele Kunden ihre Tickets zum Zeitpunkt der Buchung gar nicht ausdrucken können und diesen Schritt möglicherweise später vergessen. Damit dürfte Ryanair relativ häufig die angekündigten Strafgebühren eintreiben können.

McNamara zufolge erlaubt das Computersystem ein Einchecken frühestens 15 Tage vor dem Starttermin, die letzte Möglichkeit besteht vier Stunden vorher. Frühbucher - wegen der oft Monate im Voraus angebotenen Sparpreise also ziemlich viele Kunden - müssen die Website also ein zweites Mal besuchen, und Last-Minute-Reisende können der 40-Euro-Strafgebühr praktisch nicht entgehen.

Ryanair bittet seine Passagiere bereits für zahlreiche Extras zur Kasse. Ende Februar hatte die Fluglinie bekanntgegeben, man denke auch über eine Bezahlung für die Benutzung der Bordtoilette nach.

Shawn Pogatchnik, AP



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Serrax 22.04.2009
1.
Zitat von sysopRyanair-Chef O'Leary zeigt sich auch in der Krise großspurig: Sein Unternehmen profitiere von der Rezession, tönt er anlässlich des zehnten Geburtstages des Markteinstiegs in Deutschland. Wie sehen Sie die Zukunft der Billigflieger?
Schwarz.
Albedo4k8, 22.04.2009
2. Der Billig-Quatsch
naehert sich zum Glueck endlich dem Ende! Ist fuer die Weltgemeinschaft auch besser so!
kleinzack 22.04.2009
3. leider sehr gut
Zitat von sysopRyanair-Chef O'Leary zeigt sich auch in der Krise großspurig: Sein Unternehmen profitiere von der Rezession, tönt er anlässlich des zehnten Geburtstages des Markteinstiegs in Deutschland. Wie sehen Sie die Zukunft der Billigflieger?
Leider sehr gut - solange wie man das Flugbenzin nicht mit einer Mineralölsteuer international belegt ! Das Recht z.B. eines Bundesdeutschen mehr als zweimal in seinem Leben auf eine Ferienreise mit dem Flugzeug (wie es mal eine Grüne forderte) läßt sich weder in Deutschland noch für Ferienreisende anderer Staaten einschränken.
Hans58 22.04.2009
4.
Zitat von sysopRyanair-Chef O'Leary zeigt sich auch in der Krise großspurig: Sein Unternehmen profitiere von der Rezession, tönt er anlässlich des zehnten Geburtstages des Markteinstiegs in Deutschland. Wie sehen Sie die Zukunft der Billigflieger?
O'Leary trägt durch seine Preispolitik ("Toilettennutzungsgebühr" und andere Nebengebühren) selbst dazu bei, dass sich die Billigflieger irgendwann verabschieden. Man muss sich nur die Schrumpfungsprozesse und Umsatzrückgänge andere "No thrill airlines" anschauen, um zu erkennen, wohin der Weg langfristig geht. Was die Versteuerung des Flugbenzins betrifft, ist diese Idee utopisch bzw. illusorisch, wenn nicht alle Staaten sich daran beteiligen. Würde z.B. nur in der EU das Flugbenzin versteuert, legt man bei außereuropäischen Flügen einfach einen Tank-Zwischenstopp auf dem Hin- und Rückflug ein.
Serrax 22.04.2009
5.
Zitat von Hans58O'Leary trägt durch seine Preispolitik ("Toilettennutzungsgebühr" und andere Nebengebühren) selbst dazu bei, dass sich die Billigflieger irgendwann verabschieden. Man muss sich nur die Schrumpfungsprozesse und Umsatzrückgänge andere "No thrill airlines" anschauen, um zu erkennen, wohin der Weg langfristig geht. Was die Versteuerung des Flugbenzins betrifft, ist diese Idee utopisch bzw. illusorisch, wenn nicht alle Staaten sich daran beteiligen. Würde z.B. nur in der EU das Flugbenzin versteuert, legt man bei außereuropäischen Flügen einfach einen Tank-Zwischenstopp auf dem Hin- und Rückflug ein.
Das glaube ich nicht. Denn bei jeder Landung fallen ebenso Gebühren an, und zumindest ein Teil der Fluggäste würde diese Verzögerungen ohnehin nicht hinnehmen. Darüber hinaus dürfte auch der Verschleiß mit zusätzlichen Landungen höher ausfallen - und damit die Wartung teurer werden.
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