80 Verbindungen gestrichen ICE-Ausfall behindert bundesweit Bahnverkehr

Chaostag an deutschen Bahnhöfen: Die Bahn ruft einen Großteil ihrer ICE-3-Flotte zur Wartung ins Depot, 80 Verbindungen sind gestrichen. Der Ausfall trifft die Bahn ausgerechnet an einem der wichtigsten Reisetage des Jahres - in neun Bundesländern sind Schulferien.

Berlin - Die Überprüfung der ICE-3-Züge hat am heutigen Freitag zu massiven Behinderungen im Bahnverkehr geführt. Mehr als 80 ICE-Verbindungen fielen aus, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Reisende müssen vielerorts auf andere Züge ausweichen - am ohnehin verkehrsreichen Wochentag Freitag dürfte es damit in vielen Abteilen voll werden.

Betroffen sind unter anderem die ICE-Verbindungen zwischen Frankfurt am Main und Brüssel, Basel und Amsterdam sowie München und Dortmund.  In insgesamt neun Bundesländern sind zurzeit Schulferien, zudem hat in den Niederlanden die Feriensaison begonnen.

Fahrgäste können ihr Ticket kostenfrei umtauschen oder es sich erstatten lassen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Berlin. Fahrkarten mit Zugbindung wie Sparpreistickets werden für eine spätere oder frühere Reiseverbindung gültig geschrieben. Normalerweise müssen Reisende 15 Euro Bearbeitungsgebühr zahlen, wenn sie ihr Ticket am Reisetag zurückgegeben.

Die Deutsche Bahn will auf zahlreichen Strecken Ersatzzüge einsetzen: "Das werden vor allem ICs oder ECs sein", so die Sprecherin der Deutschen Bahn. Diese Züge seien langsamer, wodurch es ebenfalls zu Verspätungen kommt. "Reisende mit ICE-Fahrkarten, die aufgrund des geänderten Fahrplans lediglich IC- oder EC-Züge nutzen können, erhalten den Differenzbetrag erstattet."

Wegen eines Unfalls am Kölner Hauptbahnhof hatte das Unternehmen 61 seiner insgesamt 67 ICE-3-Züge in die Werkstätten gerufen. Sechs Züge blieben demnach von dem Check ausgespart, weil sie erst vor kurzem überprüft worden waren.

Anlass für die Aktion ist laut Bahn eine defekte Radsatzwelle beim ICE 518, die am vergangenen Mittwoch einen Teil des Zuges bei der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof aus den Gleisen hat springen lassen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gibt es Hinweise, dass Räder oder Achsen schon deutlich früher beschädigt gewesen sein sollen - und Warnungen von Fahrgästen ignoriert wurden.

Bis Montag sollen laut Bahn-Vorstand Rausch alle Züge wieder planmäßig fahren, am Wochenende gebe es aber noch auf einigen Strecken Ausfälle. Kunden können Informationen zu Fahrplanänderungen unter der kostenlosen Hotline 08000-996633 und im Internet  abrufen.

reh/AP/dpa

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