Abgestimmte Flugpläne Germanwings dementiert Billigflieger-Allianz

Mit einem gemeinsamen Reservierungssystem wollen angeblich mehrere Billigflieger ihren Passagieren das Reisen erleichtern. Eines der in einem Medienbericht genannten Unternehmen, Germanwings, hat jetzt eine Beteiligung an der Allianz zurückgewiesen.

Köln/Berlin - "Es wird eine solche Allianz nicht geben", sagte Germanwings-Sprecher Heinz-Joachim Schöttes am heutigen Sonntag in Köln der Nachrichtenagentur ddp. "Wir werden alles vermeiden, was Komplexität verursacht, denn Komplexität verteuert das Fliegen", erläuterte er.

Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" berichtet, dass mehrere Billigfluggesellschaften, darunter neben Germanwings auch TUIfly und Easyjet, eine Zusammenarbeit bei der Flugreservierung planten. Wer mehrere Airlines nutze, um sein Ziel zu erreichen, solle in Zukunft seine Reise durchbuchen können, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Planungen des Flughafens Köln/Bonn und der drei Billigfluglinien. Diese planten ein entsprechendes Reservierungssystem, das noch in diesem Jahr an den Start gehen könnte.

Köln ist nach London-Stansted das wichtigste Drehkreuz für Billigflieger. Zwar gebe es derartige Kooperationen zwischen nordamerikanischen Billiganbietern, für Europa wäre die Zusammenarbeit der Konkurrenten neu.

Branchenführer wie Ryanair oder Germanwings haben bisher nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen im Flugplan. Will ein Passagier über mehrere Zwischenstopps zum Ziel kommen, muss er jede Strecke individuell reservieren und bezahlen. Verbindliche Kooperationen oder Allianzen, wie etwa zwischen den Mitgliedern der von der Lufthansa geführten Star Alliance, existieren nicht.

Billigfluganbieter stehen derzeit wegen des hohen CO2-Ausstoßes von Flugzeugen in der Kritik. Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens fordert, dass Fliegen wieder teurer werden muss. "Billigflüge zu Dumpingpreisen gehören verboten", sagte Behrens dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Wir wissen inzwischen ja alle, wie schädlich Flugzeuge für das Klima sind." Kurzreisen mit dem Flugzeug sollten ohnehin vermieden werden: "Wochenendtrips per Flieger sind unter Klima-Gesichtspunkten tabu."

hda/AFP/ddp

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.